Aktualisiert 01.06.2004 00:29

Suva: Versicherte drohen Mitarbeitern

Mitarbeitern der Suva wird immer wieder mit Angriffen auf Leib und Leben gedroht – meist von Versicherten, die sich ungerecht behandelt fühlen.

«Besonders schlimm war es nach den Attentaten in New York und auf das Zuger Parlament im Jahr 2001», sagt Alois Muri, Leiter Sicherheit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva). Innert sechs Monaten wurden damals 23 schwere Drohungen gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgestossen. «Dann nahm es ein bisschen ab, seit den vergangenen Weihnachten beobachten wir aber wieder einen Anstieg», so Muri.

Die Tonalität der Versicherten am Telefon werde «immer brutaler». Jemand habe gesagt: «Ich komme an den Schalter und jage euch alle in die Luft.» Oft werden die Drohungen von Personen ausgesprochen, die sich ungerecht behandelt fühlen oder die nicht zufrieden sind mit den Versicherungsleistungen.

Nun überprüft die Suva, die wichtigste Trägerin der obligatorischen Unfallversicherung in der Schweiz, regelmässig ihr Sicherheitskonzept. In Besprechungszimmern wurden Alarmknöpfe installiert. Und besonders exponiertes Personal wird im Umgang mit Bedrohungssituationen geschult. Damit betroffene Mitarbeiter die Drohungen besser verarbeiten können, stehen so genannte Debriefer bereit, psychologisch ausgebildete Betreuer.

Bernhard Brechbühl

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