Aktualisiert 16.02.2005 23:00

SVP Bern stellt sich gegen Mutterpartei

Die SVP im Kanton Bern ist zerstritten: Schon wieder torpedieren Berner SVP-Politiker einen Beschluss der eigenen Kantonal-Partei. Auch hinter den Kulissen brodelts.

Kommt es in der Berner SVP zur Spaltung? Gerade mal acht Stunden nach dem deutlichen Ja der Delegiertenversammlung zum Schengen-Dublin-Abkommen wurde gestern ein offizielles SVP-Nein-Komitee lanciert.

Initiiert hat die Attacke Erich Hess von der Jungen SVP. «Die SVP-Wähler sind gegen Schengen», sagt er überzeugt. «Der Entscheid der Delegierten war elitär und falsch.» Rückenwind bekommt Hess von seiner nationalen Mutterpartei: Die ist nämlich auch gegen die Vorlage. Für Hess ist darum klar: «Wir werden hemmungslos mit dem SVP-Logo eine Kampagne gegen Schengen lancieren.»

Das ist nur das jüngste Zeichen dafür, dass der Haussegen bei der SVP schief hängt. Auch bei der Steuerinitiative kämpft SVP gegen SVP (20 Minuten berichtete). Miese Stimmung herrscht auch im Grossrat: Bereits fühlen sich Ratsmitglieder gestört, weil der Ton unter SVP-Vertretern so gehässig ist. Minimale Anstandsregeln würden missachtet, so ein Grossrat.

Für den zürichtreuen Thomas Fuchs ist klar: «Die SVP Bern hat ein grosses Problem». Doch Parteisekretär Christoph Neuhaus wiegelt ab: «In einer Partei darf es verschiedene Meinungen geben.»

Andrea Abbühl (sda)

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