Petition: SVP Biel will das orange Haus retten
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PetitionSVP Biel will das orange Haus retten

Weil es nicht ins Quartierbild passte, sollte ein Paar aus Biel sein Haus neu streichen. Trotz Gegenwehr blieben die Behörden hart. Die Betroffenen erhalten jetzt aber Rückendeckung.

von
vro
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Das Haus der Zyssets muss auf behördliche Anweisung neu gestrichen werden.

Das Haus der Zyssets muss auf behördliche Anweisung neu gestrichen werden.

Vincent Donzé/Le Matin
Die bunte Fassade passe nicht ins sonst eher graue Quartierbild.

Die bunte Fassade passe nicht ins sonst eher graue Quartierbild.

Google Street View
Eine Petition will nun das Haus vor dem Grau bewahren. Lanciert wurde sie von der SVP Biel.

Eine Petition will nun das Haus vor dem Grau bewahren. Lanciert wurde sie von der SVP Biel.

Farbige Häuser spalten immer wieder die Gemüter. Während die einen sie als Belebung des Quartiers sehen, schütteln andere bloss den Kopf. Für manche Behörden passen die farbigen Gebäude schlicht nicht in die Umgebung. Hausbesitzer werden deshalb aufgefordert, die Fassaden neu zu streichen. Ein besonders arger Streit mit der Obrigkeit wird derzeit in Biel ausgefochten. Das Ehepaar Zysset lebt in einem orangefarbenen Haus an der Mettstrasse, das den Behörden ein Dorn im Auge ist. Doch für einen neuen Anstrich haben die beiden kein Geld. Sie starteten deshalb eine Petition.

Seit die Geschichte publik wurde, erleben die Zyssets eine Welle der Sympathie. «Die Leute schreiben mir und läuten an meiner Tür», sagt Willy Zysset zum «Le Matin». Ein Nachbar habe ihm zwei Fünfzigernoten geschenkt, um sich wehren oder das Haus neu streichen zu können.

Im Winter streichen geht nicht

Letzteres wollen Willy Zysset und seine aus Kamerun stammende Frau um jeden Preis vermeiden. Was ihm bleibt, ist der Weg vor das Verwaltungsgericht. Diesen will ihm die SVP Biel ebnen. Denn die gestartete Petition stammt aus ihren Reihen – und hat mittlerweile 800 Unterschriften eingebracht. Dabei handle es sich nicht nur um Sympathisanten der Partei, schreibt die Zeitung. Zwei Wochen zuvor waren es noch rund 150 Unterschriften gewesen.

Doch den Zyssets bleibt nicht mehr allzu viel Zeit. Die festgesetzte Frist, in der das Paar sein Haus streichen sollte, läuft Ende Februar aus. Das Problem: «Fachleute haben mich gewarnt, dass im Winter aufgetragene Farbe nicht hält», so Zysset. Um das Haus nach norwegischem Vorbild in Orange erscheinen zu lassen, hat das Paar zudem bereits 27'000 Franken bezahlt.

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