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Wil SGSVP-Blaufahrerin regt sich über Polizei auf

Angetrunken gerät SVP-Politikerin Sarah Bösch in eine Polizeikontrolle und muss zum Bluttest ins Spital. Grund genug, ihrem Ärger via Facebook Luft zu machen.

von
taw
Die SVP-Politikerin Sarah Bösch.

Die SVP-Politikerin Sarah Bösch.

«Wegen 0,++ (wahrscheinlich über 0,5) Promille muss ich ins Spital Blut abnehmen. Ich fühle mich munter, frisch, spüre null Promille!», postet die 33-jährige Bösch am Sonntagabend auf Facebook, wie «watson» schreibt. Damit nicht genug: «Werde von SG-Polizisten begleitet wie ein Sträfling. Unglaublich, bin geschockt! Krasse Bürokratie», heisst es im Post weiter.

Die Kommentare darauf liessen nicht lange auf sich warten. «Diesen Beitrag hätte ich mir gespart, Frau Bösch. Kommunikationsberatung», zitiert watson.ch einen Kommentar. Oder etwas zynischer: «Wenn es einen selbst betrifft, ist es ein Scheiss-Gesetz oder Scheiss-Bürokratie. Falls es einen anderen betrifft, dann müssten die Gesetze und Polizisten härter durchgreifen.»

Foto aus dem Untersuchungszimmer

Bösch, die erst seit Februar im Wiler Stadtparlament sitzt, postete sogar noch ein Bild aus dem Untersuchungszimmer auf Facebook mit dem Kommentar: «Seit über 1.5 Stunden mit Polizisten beschäftigt!!!»

Inzwischen hat Bösch die Posts von Facebook entfernt. Sie habe zwar mit Reaktionen gerechnet, sagt sie auf Anfrage von 20 Minuten, aber nicht gerade mit so vielen. «Ich habe auch nie gesagt, dass mich die Polizei unfair behandelt hat», so Bösch. Kritisiert habe sie lediglich den grossen bürokratischen Aufwand – immerhin sei keine Drittperson zu Schaden gekommen. «Ich habe mit meinem Post nichts Verbotenes gemacht. Mein Ziel war, eine politische Diskussion betreffend Bürokratiehochburg Schweiz anzuregen», so Bösch. Die Praxiserfahrung wäre ihr allerdings gerne erspart geblieben.

Nicht der erste Fall

Bösch ist nicht das erste Wiler SVP-Mitglied, das mit einem Facebook-Post für Aufregung sorgt. Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Mario Schmitt verlinkte Anfang September 2014 auf seiner Facebook-Seite eine «Blick»-Meldung über die Enthauptung eines US-Journalisten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Sein Kommentar dazu: «mir kommt gleich das Kotzen... wann wird diese Religion endlich ausgerottet?!?».

Schmitt stellt sich denn auch hinter seine Parteikollegin Bösch: «Natürlich müssen die Kontrollen sein, aber man muss die Betroffenen ja nicht wie Schwerverbrecher behandeln», meint er gegenüber watson.ch. Auf Facebook doppelt Schmitt nach: «Sarah hat meine volle Rückendeckung, selbst wenn der Bluttest einen Ausweisentzug zur Folge hätte – seien wir doch mal ehrlich, all das macht Sarah doch gerade sympathisch und menschlich!»

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