1.-August-Rede: SVP-Chiesa möchte Unis wegen «Gender-Woke-Unsinn» Gelder streichen

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1.-August-RedeSVP-Chiesa möchte Unis wegen «Gender-Woke-Unsinn» Gelder streichen

An der diesjährigen Rede zum 1. August nimmt der SVP-Parteipräsident Marco Chiesa die Kontroverse um den Konzertabbruch in Bern ins Visier – und schiesst gegen links-grüne Politik.

von
Reto Bollmann
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Marco Chiesa, Parteipräsident der SVP, ärgert sich in seiner diesjährigen 1.-August-Rede über «links-grüne Intoleranz».

Marco Chiesa, Parteipräsident der SVP, ärgert sich in seiner diesjährigen 1.-August-Rede über «links-grüne Intoleranz».

Nicole Philipp/Tamedia AG
Dass das Konzert der Berner Mundart-Band Lauwarm abgebrochen wurde, liegt seiner Meinung nach an der Ideologie von «links-grünen Schweiz-Zerstörern».

Dass das Konzert der Berner Mundart-Band Lauwarm abgebrochen wurde, liegt seiner Meinung nach an der Ideologie von «links-grünen Schweiz-Zerstörern».

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Weiter äussert sich Chiesa überraschend mild zum Thema der Einwanderung: «Jeder ist willkommen, der unsere Werte teilt», denn die Schweiz sei «keine Blut-und-Boden-Nation».

Weiter äussert sich Chiesa überraschend mild zum Thema der Einwanderung: «Jeder ist willkommen, der unsere Werte teilt», denn die Schweiz sei «keine Blut-und-Boden-Nation».

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Am morgigen Bundesfeiertag richtet SVP-Parteipräsident Marco Chiesa eine Rede ans Schweizer Volk.

  • Dieses Jahr stellt er die Geschehnisse rund um das abgebrochene Konzert in Bern in den Mittelpunkt.

  • Chiesa spricht von «links-grüner Intoleranz» und möchte den Universitäten, welche diese Intoleranz angeblich fördern, die Mittel streichen.

Prangerte der SVP-Präsident im letzten Jahr noch die «Schmarotzerpolitik» in den linken Städten an, widmet sich Chiesa heuer vor allem dem Konzert in Bern, das vorzeitig abgebrochen wurde.

Gemäss dem Manuskript der Rede, welches der «SonntagsZeitung» vorliegt, zeigt sich Chiesa über den Konzertabbruch und den Vorwurf der kulturellen Aneignung wenig erfreut: «Man könnte über diesen Unsinn lachen, wenn die Sache nicht so dumm und gefährlich wäre.» Gegen die «links-grüne Intoleranz» müsse man sich wehren, denn sie sei das Gegenteil der Willensnation Schweiz und das «Gegenteil unserer Freiheit».

«Jeder willkommen, der unsere Werte teilt»

Weiter äussert sich Chiesa überraschend mild zum Thema der Einwanderung: «Jeder ist willkommen, der unsere Werte teilt», sagt er, denn die Schweiz sei «keine Blut-und-Boden-Nation». Er gibt sich weltoffen: «Ein guter Schweizer feiert heute die Freiheit und Unabhängigkeit unseres Landes. Unabhängig davon, woher er kommt und welche Hautfarbe er hat.»

Was hältst du von der Aufregung um den Konzertabbruch?

Doch auch wie letztes Jahr richtet sich seine Rede gegen die «links-grünen Schweiz-Zerstörer», deren Ideologie sich gegen die Freiheit richte und «Scheinprobleme wie Gender-Toiletten» in den Mittelpunkt stelle. Und solches Denken werde an den Universitäten noch gefördert, weshalb Marco Chiesa diesen die Finanzierung streichen möchte: «Ich bin der Meinung, dass wir den Universitäten, die diesen freiheitsfeindlichen Gender-Woke-Unsinn verbreiten, sofort die Steuergelder der freien Schweizerinnen und Schweizer streichen.»

Soll Vorlesungsstoff kontrolliert werden?

Unklar bleibt, wie Chiesa, der sich an die «lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger mit und ohne Rastalocken» richtet, dies umsetzen möchte. Bis auf die beiden ETHs werden die Unis von den Kantonen finanziert, welche folglich den Stoff der Vorlesungen kontrollieren müssten. Dies würde die Freiheit in der Schweiz nur bedingt fördern. 

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