SVP-Coup: Maurer kandidiert für Ständerat
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SVP-Coup: Maurer kandidiert für Ständerat

Die Zürcher SVP wechselt mitten im Wahlkampf ihren Ständeratskandidaten. Der eher unbekannte Hans Geiger wird durch ein politisches Schwergewicht ersetzt: Parteipräsident Ueli Maurer geht ins Rennen.

Die SVP des Kantons Zürich sorgt für eine Überraschung im Hinblick auf die Ständeratswahlen vom kommenden Herbst. Sie zieht Kandidat Hans Geiger zurück und schickt Ueli Maurer, Präsident der SVP Schweiz, ins Rennen.

Die Auswechslung des Kandidaten beschloss der Vorstand der Zürcher SVP am Donnerstagabend. Parteisekretär Claudio Zanetti erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass Maurer der neue Ständeratskandidat der SVP ist. Maurer soll den Sitz des abtretenden Hans Hofmann verteidigen.

Bessere Chancen mit Maurer

Der 56-jährige Maurer ersetzt den bisherigen Ständeratskandidaten Hans Geiger. Mit Maurer rechnet sich die SVP deutlich bessere Wahlchancen aus als mit dem Zürcher Wirtschaftsprofessor und politischen Quereinsteiger Geiger.

Diese Einschätzung der Parteileitung teilt auch Geiger, wie Hansjörg Frei, Präsident der Zürcher SVP, auf Anfrage erklärte. Geiger habe sich auch bereit erklärt, seine Kandidatur zurückzuziehen. Nach einigen Tagen Bedenkzeit habe sich dann Maurer entschieden, für den Ständerat zu kandidieren.

Maurer selber reagierte mit Freude auf die Nomination für den Ständerat. Dies sei eine spezielle Herausforderung. Gerne helfe er mit, das bürgerliche Ticket für den Kanton Zürich im Ständerat zu sichern, sagte er gegenüber der SDA.

Maurer ist seit 1991 Mitglied des Nationalrats und seit 1996 Präsident der SVP Schweiz. Über die Kandidatur von Maurer entscheiden die SVP-Delegierten am kommenden Dienstag. Maurer führt auch die Kandidatenliste für die Nationalratswahlen an. Nicht auf der Liste figuriert Bundesrat Christoph Blocher.

CVP mit Riklin, SP mit Galladé

Ebenfalls am Donnerstagabend bestätigte die CVP die Ständeratskandidatur von Kathy Riklin. Die Delegierten unterstützten einstimmig den Vorschlag des Parteivorstands.

Die 54-jährige Riklin gehört seit 1999 dem Nationalrat an. Sie hat sich vor allem der Bildungs- und Umweltpolitik verschrieben. Unter anderem präsidiert sie im Nationalrat die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur.

Ebenso am Donnerstagabend hat die SP an einem Parteitag über ihre Ständeratskandidatur entschieden. Wie vom Parteivorstand vorgeschlagen, heisst die Kandidatin Chantal Galladé. Die 34- jährige Bildungs- und Familienpolitikerin ist seit vier Jahren Mitglied des Nationalrats.

Sieben Kandidierende

Die Ständeratswahlen im Kanton Zürich werden spannend, weil beide Sitze neu besetzt werden müssen. Insgesamt treten sieben Kandidatinnen und Kandidaten an. Die FDP will den Sitz von Trix Heberlein mit Nationalrat Felix Gutzwiller verteidigen.

Für die Grünliberalen kandidiert Verena Diener, abtretende Gesundheitsdirektorin des Kantons Zürich. Für die EVP tritt Nationalrat Ruedi Aeschbacher an. Zur Diskussion steht auch die Kandidatur von Daniel Vischer, Nationalrat der Grünen.

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