Aktualisiert 27.08.2012 13:01

Atomdebatte SVP drängt auf ein neues AKW bis 2030

Die SVP will zwar Wasserkraft und erneuerbare Energie ausbauen, aber bis 2030 auch ein neues Atomkraftwerk ans Netz bringen. Vom Atomausstieg hält sie nichts.

In ihrer Energiestrategie setzt die SVP weiterhin auf die Atomkraft: Sie fordert ein Atomkraftwerk der neuesten Generation bis 2030. Zugleich sollen aber auch die Wasserkraft und andere erneuerbare Energieträger ausgebaut werden.

Die Energiestrategie des Bundesrates mit Atomausstieg lehnt die SVP als planwirtschaftlich und utopisch ab, wie sie in einem am Montag präsentierten Positionspapier zur Energiepolitik schreibt. Die Abhängigkeit vom Ausland - beispielsweise wegen Stromimporten - würde mit den Plänen aus Sicht der Volkspartei dramatisch steigen.

Den bewährten Strommix aus Wasserkraft und Atomkraftwerken (AKW), die heute 90 Prozent der Stromproduktion ausmachen, will die SVP auch in Zukunft beibehalten. Die heutigen AKW sollen deshalb während mindestens 60 Jahren laufen - der Bundesrat sieht rund 50 Jahre als maximale Betriebsdauer vor.

Ein neues AKW soll bis 2030 eines der heutigen ersetzen, verlangt die SVP. Mit 9 Terawattstunden (TwH) würde dieses Super-AKW die 3- fache Leistung des AKW Mühleberg produzieren - und damit zur Deckung des weiter zunehmenden Stromverbrauchs beitragen. Bis 2045 will die SVP zwei weitere AKW bauen, falls bis dann keine neuen Technologien zur Energieproduktion zur Verfügung stehen.

Ein Besuch im AKW Beznau

Baldige Abstimmung zu AKW

Ob das Volk ebenfalls auf die Atomkraft setzt, möchte die SVP in einer möglichst baldigen Abstimmung herausfinden. Erst bei einem Nein würde die SVP auf Stromimporte oder Gaskraftwerke im Inland setzen.

«Luftangriff» mit Gleitschirm auf AKW

Für die Wasserkraft legt die SVP eine Zunahme der Produktion bis 2030 um 3 TwH als Ziel fest. Dafür soll etwa das Verbandsbeschwerderecht gestrichen werden. Zum Vergleich: Der Bund rechnet bei unveränderten Umwelt- und Gewässerschutz-Bestimmungen mit einer zusätzlichen Produktion von 3,2 TwH - bis ins Jahr 2050.

Auch die sogenannten neuen erneuerbaren Energieträger (Wind, Sonne, Biomasse) sollen 3 TwH mehr produzieren bis 2030. Dafür will die SVP den Deckel über der Kostendeckenden Einspeiseverfügung (KEV) aufheben - ausser für die Solarenergie, die sie als noch zu wenig fortgeschritten betrachtet. (sda)

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