Grossansammlung in Zürich: SVP fordert Kameras in Innenstadt wegen Gewalt
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Grossansammlung in ZürichSVP fordert Kameras in Innenstadt wegen Gewalt

Es kommt beim Sechseläutenplatz immer wieder zu Auseinandersetzungen und Unruhen. Die SVP fordert eine Wiedereinführung der Videoüberwachung.

von
Thomas Mathis

Darum gehts

  • Beim Sechseläutenplatz und beim Bahnhof Stadelhofen kam es am Samstagabend zu grossen Menschenansammlungen.

  • Drei Personen wurden angegriffen und teilweise verletzt, ein 16-Jähriger wurde festgenommen.

  • Die SVP fordert nun eine Videoüberwachung – die SP will lediglich mehr Polizeipräsenz.

Grosse Menschenansammlungen am Bahnhof Stadelhofen – das zeigen mehrere Aufnahmen, die gestern auf die Plattform Tiktok geladen wurden. Darauf sind wegrennende Personen und Polizeiautos mit Blaulicht zu sehen. «Es waren viele Jugendliche und junge Erwachsene da», berichtet ein News-Scout. Er schätzt, dass es über hundert Personen waren. Die Fünf-Personen-Regel sei nicht eingehalten worden.

Sind Überwachungskameras nötig?

Die erneuten Unruhen im Gebiet von Bahnhof Stadelhofen und Seepromenade sorgen nun politisch für Reaktionen. Die SVP Stadt Zürich fordert die sofortige Wiedereinführung der Kameraüberwachung und verstärkte Polizeipräsenz. Die Stadtpolizei Zürich hatte einen Teil der Seepromenade im Sommer 2019 mit Kameras überwacht.

«Die Pöbeleien, Schlägereien und Messerstechereien nehmen in den genannten Bereichen wieder massiv zu, fast jedes Wochenende kommt es zu wüsten Szenen», lässt sich Präsident Mauro Tuena in einer Mitteilung zitieren. Die Massnahme habe sich bereits 2019 bewährt: «Trotz des Erfolgs wurden die Kameras Ende August 2019 wieder entfernt.» Zudem fordert die SVP die Polizeipräsenz an Wochenenden zu erhöhen.

Der Vorschlag für Videoüberwachung stösst auf der linken Seite nicht auf Zustimmung. «Es löst keine Probleme, jetzt in der ganzen Stadt Überwachungskameras aufzustellen», sagt Oliver Heimgartner, Co-Präsident SP Stadt Zürich. Gleichzeitig kritisiert er aber die Gewaltvorfälle: «Es ist gut, wenn die Polizei mehr Präsenz zeigt.»

Polizei von Mob bedrängt

Die Polizei sagt, dass es am Samstagabend zu mehreren Auseinandersetzungen gekommen ist. Die Polizei sei auch von einem Mob bedrängt worden. Dabei feuerte ein Polizist mit einem Gummischrot-Gewehr einen Leerschuss in die Luft. Die Einsatzkräfte hätten sich auf zwei Ereignisse fokussiert: Gegen 22 Uhr sind zwei Personen durch eine grössere Gruppierung tätlich angegangen worden. Die Polizei nahm einen 16-jährigen Tatverdächtigen fest. Kurz nach 23 Uhr wurde ein 38-jähriger Mann bei einem Streit am Stadelhoferplatz mit mehreren Personen mit einer Stichwaffe verletzt. Er musste in Spitalpflege gebracht werden.

Immer wieder Auseinandersetzungen

Erst vor einem Monat wurde der Tram- und Busverkehr zwischen Bellevue und Stadelhofen unterbrochen. Laut Polizei wurden mehrere Personen kontrolliert, die sich nicht an die Corona-Vorschriften hielten. Ein ausrückendes Streifenfahrzeug sei beim Sechseläutenplatz mit Feuerwerk beschossen worden. Im April 2019 rückte die Polizei sogar mit Wasserwerfer zum Bahnhof Stadelhofen aus.

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