Aktualisiert 07.01.2011 15:57

WaffenschutzinitiativeSVP-Freysinger: «Dann greife ich zur Waffe»

SVP-Nationalrat Oskar Freysinger hat sich eine Waffe gekauft, als er sein Armeegewehr abgeben musste. Im Zweifelsfall würde er damit Selbstjustiz ausüben.

von
Ronny Nicolussi
Um ein Waffenmonopol geht es bei der Initiative für den Schutz vor Waffengewalt gar nicht.

Um ein Waffenmonopol geht es bei der Initiative für den Schutz vor Waffengewalt gar nicht.

Für den Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger wäre eine Annahme der Waffenschutzinitiative ein Tiefschlag gegen die Sicherheit der Schweiz. Er sehe nicht ein, weshalb der verantwortungsvolle Bürger entwaffnet werden sollte, sagt er auf Anfrage von 20 Minuten Online.

Bei einer Annahme der Initiative werde den Milizsoldaten die Waffe weggenommen, während sich Verbrecher weiterhin illegal bewaffnen könnten, so Freysinger. Diese Angst widerspiegelt auch das SVP-Plakat der Initiativgegner. Während der Betrachter direkt in den Lauf der vorgehaltenen Pistole eines hämisch grinsenden Typen blickt, stellt die Partei die Frage: «Waffenmonopol für Verbrecher?»

Dabei würde sich weder bei einer Annahme noch bei einer Ablehnung der Initiative ein Waffenmonopol in der Schweiz bilden. Die Waffen verteilten sich weiterhin auf Polizei, Armee, Jäger, Sportschützen, Sammler - und Verbrecher. Einzig die Armeewaffen würden nicht mehr in privaten Estrichen, Kellern und Putzschränken lagern, sondern in Zeughäusern der Armee.

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Schutz im Ernstfall

Gerade das passt Freysinger aber gar nicht. Ein pflichtbewusster Milizsoldat müsse seine Waffe zur Hand haben, um sich im Ernstfall schützen zu können. Nachdem er seine Dienstwaffe habe abgeben müssen, habe er sich zum Eigenschutz eine eigene Waffe gekauft, verrät der Gefreite a. D.: «Wenn jemand um drei Uhr morgens meine Familie bedroht, dann greife ich zu meiner Waffe.» Freysingers Plädoyer für Selbstjustiz ist heikel. Denn anders als ein Waffen- gibt es in der Schweiz sehr wohl ein Gewaltmonopol. Und dieses liegt bei der Polizei.

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