Kebap-Kampagne: «SVP in Verdacht»
Aktualisiert

Kebap-Kampagne«SVP in Verdacht»

Das Geheimnis ist gelüftet: Das Plakat mit dem mysteriösen Türken und dem Dönerspiess ist eine Eigenwerbung der APG AG. Die Geheimniskrämerei um Kebap-Ali interessierte sogar einen US-Sender und liess die Schweiz rätseln. Die Gesellschaft verspricht: Wir sehen noch mehr von Ali.

von
Andrea Löpfe

In der ganzen Schweiz lächelte Kebap-Ali vom Plakat und sorgte für Verwunderung. Doch der Katalog-Türke mit dem grossen Fleischmesser will keine neue Kebap-Kette in der Schweiz eröffnen. Die Plakatvertriebsgesellschaft APG selber steckt hinter der Ali-Kampagne.

Viele erinnerten sich an «Angie Becker»

Die Aktion löste ein grosses Echo aus. Privatpersonen und Medien überrannten die APG mit Anfragen, erklärt Beat Holstein Leiter Marketing der APG. Sogar der US-Sender NBC fragte nach, um was für eine Aktion es sich handelte. Doch die Plakatgesellschaft gab, damit die Spannung aufrecht erhalten werden konnte, keine Auskunft. «Viele hielten die Plakate für die Aktion einer neuen Fastfood Kette», erzählt Holstein. «Einige hatten sogar die SVP in Verdacht.» Im Fokus stand aber vor allem die APG (20 Minuten Online berichtete). Holenstein bestätigt: «Es ist erstaunlich, wie viele sich an die Angie Becker Kampagne von vor 10 Jahren erinnerten.»

Ali als typischer Kleinunternehmer

1000 bis 1200 Ali-Plakate wurden pro Woche von der APG aufgehängt. Die Werbeaktion hätte ein Unternehmen 250 000 bis 350 000 Franken gekostet. Trotzdem besteht die Zielgruppe laut Holenstein vor allem aus Kleinunternehmen. «Wir wollten zeigen, dass Plakate zu reden geben.» Auch das Motiv des Kebap Ali wurde nicht zufällig gewählt. «Das Sujet ist sehr plakativ und die türkische Esskultur in der Schweiz weit verbreitet», so Holenstein, «der Kebapstand ist der klassische Kleinunternehmer von Heute.»

Noch nicht genug von Ali

Die Aktion ist aber noch nicht zu Ende, bis Mitte September bleibt uns der grinsende Ali erhalten. «Die Geschichte vom Tellerwäscher Ali geht noch weiter», so Holenstein, «mehr möchten wir noch nicht dazu sagen.»

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