Rohrmissbrauch: SVP kämpft gegen ein «Minarett»-Rohr
Aktualisiert

RohrmissbrauchSVP kämpft gegen ein «Minarett»-Rohr

Ein Lüftungsrohr mit Spitz und Halbmond ist der SVP ein Dorn im Auge. Die Partei kämpft gegen das Rohr mit dem aufmontierten Halbmond.

von
Tobias Bolzern

Beim vermeintlichen Minarett an der Gewerbestrasse 3 in Frauenfeld handelt es sich eigentlich um ein simples Lüftungsrohr. Die Islamische Gemeinschaft, die dort eingemietet ist, hat am Rohr aber einen Spitz mit Halbmond anbringen lassen. Das passt SVP-Gemeinderat Robert Zahnd nicht: «Das Rohr wurde missbraucht und erinnert nun an ein Minarett.» Der SVP-Mann hatte Mitte September eine Einfache An­frage an den Stadtrat gestellt. Er wollte wissen, ob der Aufbau legal ist.

Gestern kam die Antwort: Das Rohr sei bewilligt und als Abluftkanal deklariert, zudem habe es in den letzten sechs Jahren «kaum Beachtung» gefunden, heisst es im Schreiben. Gleicher Meinung ist SP-Gemeinderat Peter Lenggenhager. Er vermutet hinter der Aktion politisches Kalkül, um für die Minarett-Initiative ­Ende November Stimmung zu machen. Zahnds Vorstoss sei unnötig: «Die Informationen hätte er auch beim Hochbauamt gekriegt», so Lenggen­hager. Zahnd indes gibt sich nicht geschlagen. Er will die Angelegenheit weiterziehen und erwirken, dass das «Minarett» verschwindet.

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