Bundesratswahl: SVP-Kandidat Hans-Ueli Vogt will «Transgender-Wahn» bekämpfen

Aktualisiert

BundesratswahlSVP-Kandidat Hans-Ueli Vogt will «Transgender-Wahn» bekämpfen

Ueli Maurer provozierte mit dem Wunsch, seine Nachfolge sei hoffentlich kein «Es». Auch Hans-Ueli Vogt, der Maurer beerben möchte, beklagt, die gesellschaftliche Debatte sei teilweise «wahnhaft».

von
Daniel Graf
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Hans-Ueli Vogt möchte die Nachfolge von Ueli Maurer im Bundesrat antreten. Er setzt sich unter anderem gegen erneute Covid-Massnahmen, für den Abbau von Regulierungen und Bürokratie und gegen den «Transgender-Wahn» ein. 

Hans-Ueli Vogt möchte die Nachfolge von Ueli Maurer im Bundesrat antreten. Er setzt sich unter anderem gegen erneute Covid-Massnahmen, für den Abbau von Regulierungen und Bürokratie und gegen den «Transgender-Wahn» ein. 

20min/Stefan Lanz 
Dazu hat er eine Absichtserklärung der Jungen SVP unterschrieben. Das wird auf Twitter kritisiert. 

Dazu hat er eine Absichtserklärung der Jungen SVP unterschrieben. Das wird auf Twitter kritisiert. 

Screenshot Medienmitteilung JSVP 
Eine Debatte um das Geschlecht seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin hatte Ueli Maurer bei der Pressekonferenz zu seinem Rücktritt mit der Aussage «Hauptsache kein Es» lanciert. 

Eine Debatte um das Geschlecht seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin hatte Ueli Maurer bei der Pressekonferenz zu seinem Rücktritt mit der Aussage «Hauptsache kein Es» lanciert. 

20min/Stefan Lanz 

Darum gehts

Hans-Ueli Vogt möchte Ueli Maurer (beide SVP) im Bundesrat beerben. Unterstützt wird er unter anderem von der SVP-Jungpartei. Als einziger der fünf SVP-Kandidaten und -Kandidatinnen unterschrieb Vogt eine Absichtserklärung der JSVP und sicherte sich so deren Unterstützung. Der Inhalt: Vogt verspricht, sich gegen erneute Covid-Massnahmen zu wehren, für den Abbau von Regulierungen und Bürokratie einzusetzen – und den «Transgender-Wahn» zu beenden.

Grosse Aufmerksamkeit erhielt das Thema jüngst, nachdem Ueli Maurer bei der Pressekonferenz zu seinem Abgang verkündet hatte, es sei ihm egal, ob er einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin haben werde – «solange es kein ‹Es› ist» (siehe unten).

«Respektiere trans Menschen zu 100 Prozent»

An der Pressekonferenz zu seiner Kandidatur vom Mittwoch war Vogt auf seine Homosexualität angesprochen worden und darauf, ob das derzeitige Parlament bereit sei für einen schwulen SVP-Bundesrat. Seine Antwort: «Mit einer Frage zu meiner Sexualität habe ich nicht gerechnet, sie sollte keine Rolle spielen. Doch als Mitglied einer Minderheit habe ich Empfindsamkeit und Verständnis für das Gegenüber in einer anderen Position gelernt – nützliche Eigenschaften für einen Politiker.» Trotzdem setzt sich Vogt nun gegen den «Transgender-Wahn» ein. Ein Widerspruch?

«Nein», sagt Vogt. Er betont: «Ich akzeptiere und respektiere Menschen, die sich in ihrem biologischen Geschlecht nicht wohlfühlen, zu hundert Prozent. Ich setzte mich für eine Gesellschaft ein, in der Männer Lippenstift tragen und die Nägel lackieren dürfen sollen. In der jeder und jede zu seiner Geschlechtsidentität und seiner sexuellen Orientierung stehen darf, wie er oder sie will.»

«Toiletten für nicht-männliche und nicht-weibliche Menschen gehen mir zu weit»

Sein eigentliches Problem mit dem «Transgender»-Wahn illustriere obiger Satz: «‹Jeder und jede› zu sagen und ‹er oder sie› ist für uns völlig normal. Aus praktischen und biologischen Gründen teilen wir die Menschen in die zwei Kategorien männlich und weiblich ein. Was mich stört ist, dass bei jeder Gelegenheit jede Normierung, jede Beschriftung und jede Ausdrucksweise um ein drittes oder mehrere weitere Geschlechter erweitert werden soll. Das ist für mich tatsächlich wahnhaft.»

Für Vogt findet damit eine Zensur statt: «Wenn wir immer im Kopf behalten müssen, dass die Zweiheit der Geschlechter für jemanden abwertend sein könnte, sind wir nicht mehr frei im Sprechen und Denken. Es geht mir zu weit, wenn wir über Toiletten für Menschen diskutieren, die sich nicht als männlich oder weiblich identifizieren. Es geht mir zu weit, wenn Hochschulen ihren Studierenden vorschreiben wollen, Arbeiten so zu schreiben, dass auch nicht-männliche und nicht-weibliche Geschlechter sich angesprochen fühlen. Das ist für mich tatsächlich ein Wahn und er mündet in konkreten politische Forderungen. Daran störe ich mich», sagt Vogt.

Ueli Maurer: «Es-Aussage war bewusste Provokation» 

LGBTIQ: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

InterAction, Beratung und Information für intergeschlechtliche Menschen, Tel. 079 104 81 69

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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