Unkreativ: SVP-Kandidat klaut Werbe-Idee der Juso

Aktualisiert

UnkreativSVP-Kandidat klaut Werbe-Idee der Juso

Der Kandidat der SVP für den Stadtrat kupfert eine Idee der Juso ab. Deren Präsident David Roth reagiert bissig.

von
Daniela Gigor
SVP-Stadtratskandidat Rolf Hermetschweiler mit seinen Post-its.

SVP-Stadtratskandidat Rolf Hermetschweiler mit seinen Post-its.

Rolf Hermetschweiler (SVP, 63) will in den Stadtrat. Darum hat er am Wochenende zusammen mit rund 15 ehrenamtlichen Helfern über 12 000 Post-it-Kleber an Briefkästen in Luzern geklebt. Die Idee stammt ausgerechnet von der Juso, die im letzten Herbst Plakate der ­bürgerlichen Parteien mit überdimensionierten Post-its überklebt hatte. «Die Juso hatte eine gute Idee, diese auf den Plakaten aber falsch umgesetzt», sagt Hermetschweiler. Mit seiner Post-it-Aktion wolle er nicht die Leute ärgern, sondern auf seine Kandidatur aufmerk­sam machen. Rechtliche Probleme sieht Hermetschweiler nicht, weil auch die Post im Auftrag der Kunden Haftkleber an die Briefkästen anbringe.

Weniger Freude an der Aktion hat Juso-Präsident David Roth: «Hermetschweiler macht sich lächerlich, weil sich die SVP letzten Herbst über unsere Post-its empörte.» Noch bissiger fügt er hinzu: «Die Kandidatur Hermetschweilers wird so nachhaltig sein wie die Post-its: Sie werden beide schnell wieder weg sein.»

Hermetschweilers Aktion kommt auch bei den Empfängern unterschiedlich an: «Die Aktion ist stinkfrech und penetrant, wie man es sich von der SVP gewohnt ist», ärgert sich der Stadtluzerner Pascal von Burg (29). Etwas gelassener sieht es Kevin Räz (21): «Ich würde das Post-it wegschmeissen und ihm keine Beachtung schenken.»

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