Aktualisiert 25.05.2010 21:15

Erich Hess

SVP-Kollegen wollen Rücktritt erzwingen

Riesenknatsch in
der Berner SVP: Weil Erich Hess nicht als Stadtrat zurücktreten will, tobt ein Grabenkampf unter Parteikollegen.

von
Patrick Marbach
Unter Beschuss: Stadtrat Erich Hess soll zurücktreten. (A. Meocci)

Unter Beschuss: Stadtrat Erich Hess soll zurücktreten. (A. Meocci)

Hess soll aus der SVP-Stadtratsfraktion ausgeschlossen werden und künftig völlig isoliert politisieren müssen: Mit diesem Antrag will ihn eine Gruppe von SVP-Stadträten zum Rücktritt drängen. «Der Rückenschuss kommt von Fraktionsmitgliedern, die selber zu wenig für Bern tun, aber eifersüchtig und mit meiner Linie nicht einverstanden sind», reagiert Hess. Der Streit dreht sich um einen Ehrenkodex, mit dem sich Hess verpflichtet hatte, den Stadtratssitz aufzugeben, sobald er als Grossrat gewählt wurde. «Es gibt aber auch eine Ausnahmeregelung, auf die ich mich be­rufen kann», sagt Hess.

Als Präsident der Jungen SVP Schweiz, Mitglied des Zentralvorstandes und zweier Parlamente hat der junge Hard­liner mehr Hüte auf, als es seiner Partei lieb sein kann: «Grundsätzlich verteilen wir unsere ­Sitze auf möglichst viele Köpfe, damit alle eine Chance haben, sich zu beteiligen», erklärt SVP-Präsident Peter Bernasconi. Andererseits sei Hess ein ausserordentlich aktiver, profilierter Politiker und habe der SVP schon manche Türen ge­öffnet. «Wir sind daran, eine einvernehmliche Lösung auszuarbeiten», versucht Bernasconi die Wogen zu glätten: Nächsten Dienstag werde über das weitere Vorgehen ent­schieden.

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