SVP lässt Bühlmann fallen

Aktualisiert

SVP lässt Bühlmann fallen

Nach der Schlappe vom Sonntag tritt der Luzerner SVP-Regierungsrat Daniel Bühlmann beim zweiten Wahlgang der Regierungsratswahlen nicht mehr an. Die SVP schickt neu Peter Unternährer ins Rennen.

Die politische Zukunft des Luzerner Regierungsrates Daniel Bühlmann dürfte beendet sein. Die Parteileitung der SVP hat entschieden, den zweiten Wahlgang nicht mehr mit dem am Sonntag vom Wahlvolk abgestraften Finanzdirektor zu bestreiten.

Die SVP teilte am Dienstag mit, sie wolle statt mit Bühlmann mit Peter Unternährer ihren einzigen Sitz im fünfköpfigen Regierungsrat verteidigen. Der 55-jährige Unternährer wohnt in Adligenswil und ist Grossrat, Amtsstatthalter und Untersuchungsrichter.

Nach Aussage von Parteipräsdient Otto Lauber ist Bühlmann am Sonntag «de facto abgewählt» worden. Er landete abgeschlagen auf dem sechsten Platz, während seine vier Amtskollegen allesamt das absolute Mehr erreichten.

Als die Parteileitung am Montagabend die Zukunft Bühlmanns diskutierte, war dieser zugegen. Nach Angaben der SVP teilte Bühlmann die Einschätzung, dass er nicht über genügend Rückhalt verfüge, um mit Erfolg den zweiten Wahlgang bestreiten zu können.

Die Parteispitze beantragt deshalb der Delegiertenversammlung vom Mittwoch, Bühlmann die Nomination zu entziehen. Laubacher sagte auf Anfrage, Bühlmann werde dagegen nicht opponieren.

In einem zweiten Schritt werden dann die Delegierten einen neuen Kandidaten auf den Schild heben müssen. Neben Unternährer wurde der Emmer Finanzchef und Grossrat Urs Dickerhof als möglicher Nachfolger Bühlmanns diskutiert.

Laubacher bezeichnete Unternährer als die «valabelste Persönlichkeit» für den zweiten Wahlgang. Von der CVP und der FDP erwartet der Parteipräsident, dass sie Unternährer unterstützen. Sonst steige die Gefahr, dass die Grüne Kandidatin Rosa Rumi gewählt werde. (dapd)

2. Wahlgang: Rumi zögert noch

Nach dem Wahlerfolg herrscht bei den Grünen Unsicherheit: Trotz ihres guten Wahlresultats weiss Regierungsratskandidatin Rosa Rumi noch nicht, ob sie zum zweiten Wahlgang antreten will. Allerdings wolle sie den letzten freien Sitz auch nicht kampflos der SVP überlassen. Rumi: «Ich stecke in einem Dilemma.» Druck kommt auch von den eigenen Reihen. Denn für Co-Präsident Michael Töngi ist klar: «Wenn wir nochmals antreten sollten, dann nur mit Rosa Rumi als Kandidatin.»

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