«Deutscher statt Schweizer»: Christoph Mörgeli wettert über den neuen Zürcher Zoodirektor
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«Deutscher statt Schweizer»Christoph Mörgeli wettert über den neuen Zürcher Zoodirektor

An der Spitze des Zürcher Zoos steht mit Severin Dressen ein Deutscher. Für den ehemaligen SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli geht das zu weit.

von
Bettina Zanni

Darum gehts

  • Der ehemalige SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli kritisiert in einem Tweet, dass mit Severin Dressen ein Deutscher statt ein Schweizer neuer Direktor des Zoos Zürich ist.
  • Viele Twitterer verteidigen Severin Dressen. Etwa sehen sie die Fähigkeit und nicht die Herkunft als wichtig.
  • Martin Naville, Präsident des Verwaltungsrats der Zoo Zürich AG, überraschen die deutschen Favoriten in der Bewerbung nicht.

Das Rennen um die Nachfolge des legendären Zürcher Zoodirektors Alex Rübel machte Severin Dressen. Der 32-jährige gebürtige Kölner hatte sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen 140 Bewerber durchgesetzt. Am Mittwoch stellte sich der neue Zoo-Chef den Medien vor. Dabei wünschte Dressen von den Journalisten explizit, dass sie ihm Fragen auf Schweizerdeutsch stellen. «Wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich nach», sagte er. Schliesslich sei er gekommen, um zu bleiben.

Dem «Weltwoche»-Kolumnisten und ehemaligen SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli passt der deutsche Zoodirektor trotz allem nicht in den Kram. «Ärgere nur ich mich, dass der neue Direktor des Zoos Züri ein Deutscher sein muss?», wettert er auf Twitter. Dazu fragt er: «Fand sich unter den 140 Bewerbern/innen kein einziger tauglicher Schweizer? Wetten, der nächste Direktor des Landesmuseums ist auch ein Deutscher?»

«Sie hätten einen Gorilla nehmen sollen»

Mit seinem Tweet erntet Mörgeli ausschliesslich Spott. Viele User verteidigen den deutschen Nachfolger oder ziehen Mörgelis Post mit überspitzten Aussagen ins Lächerliche. «Ich finde, sie hätten einen Gorilla nehmen sollen», antwortet Psychoanalytiker Peter Schneider, der ursprünglich aus Deutschland stammt. Ein anderer User spottet: «Und erst die Giraffen! Kenianische Giraffen!! Wieso hat man keine Ehringer Kühe ausgewählt?!» Ein User findet, dass bei der Besetzung eines Postens die Fähigkeit und nicht die Nationalität wichtig sei.

Wie Martin Naville, Präsident des Verwaltungsrats der Zoo Zürich AG, am Mittwoch vor den Medien sagte, wurden die besten 15 Bewerberinnen und Bewerber eingeladen, ein dreiminütiges Selfie-Video einzusenden, in dem sie vier definierte Fragen beantworteten. Fünf Kandidatinnen und Kandidaten seien für zwei Interview-Runden nach Zürich eingeladen worden. «Es waren dies zwei Frauen und drei Männer – ein Schweizer, eine Österreicherin und drei Deutsche.» Die deutsche Mehrheit bezeichnete er als nicht überraschend, da es in Deutschland doch rund 25 grosse Zoos gebe.

Deine Meinung

566 Kommentare
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Sony

19.06.2020, 22:08

Herr Mörgeli schützt den Staat vor üblen Elementen aus aller Herren Länder. Gott segne ihn.

Dani

19.06.2020, 13:38

Er war vorher im Zoo Wuppertal. Ich war da und begeistert, auch da hat er wohl einen guten Job gemacht und musste wohl mit deutlich weniger Mitteln auskommen.

Anja

19.06.2020, 09:48

Mega sympathisch und aufgestellt der Mann. Viel Erfolg und lassen Sie sich durch die Neider nicht den Spass verderben.