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«Virus darf ungestört in unser Land»SVP-Nationalrätin schiesst gegen Kosovo-Rückkehrer

Am vergangenen Sonntag schlug ein Post der SVP-Politikerin Sandra Sollberger auf Facebook hohe Wellen. Darin kritisiert die Baselbieter Nationalrätin Reiserückkehrer aus Balkanländern, die das Coronavirus in der Schweiz verbreiten würden.

von
Lea Lozano
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Mit diesem Post sorgte die SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger am vergangenen Wochenende für Aufruhr. Darin kritisiert sie Reise-Rückkehrende. Obwohl auf dem von ihr geteilten Screenshot nur Flüge aus Balkanländern zu sehen sind, betont sie, den Ausschnitt zufällig gewählt zu haben. 

Mit diesem Post sorgte die SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger am vergangenen Wochenende für Aufruhr. Darin kritisiert sie Reise-Rückkehrende. Obwohl auf dem von ihr geteilten Screenshot nur Flüge aus Balkanländern zu sehen sind, betont sie, den Ausschnitt zufällig gewählt zu haben.

Facebook
Der Post wird von den Facebook-Nutzern rege kommentiert und geteilt. Die Meinungen zu Sollbergers Beitrag gehen auseinander. 

Der Post wird von den Facebook-Nutzern rege kommentiert und geteilt. Die Meinungen zu Sollbergers Beitrag gehen auseinander.

Facebook
Viele der Nutzer weisen die Politikerin darauf hin, dass die Situation in der Schweiz wesentlich schlimmer sei als beispielsweise im Kosovo. 

Viele der Nutzer weisen die Politikerin darauf hin, dass die Situation in der Schweiz wesentlich schlimmer sei als beispielsweise im Kosovo.

Facebook 

Ein Facebook-Post der Baselbieter SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger sorgte am vergangenen Wochenende für Aufruhr, wie Prime News am Montag berichtet. Darin kritisiert die Politikerin Reiserückkehrer, die das Coronavirus in der Schweiz verbreiten würden. «Werft doch einmal einen Blick auf den heutigen Ankunftsplan der Flughäfen Basel und Zürich!», schreibt sie. Dabei scheint Sollberger vor allem auf Rückkehrer aus Balkanländern zu schiessen, denn auf dem von ihr geteilten Screenshot sind gleich fünf Flüge, die aus Pristina (KO) ankommen, zu sehen.

«Retour von den Familienfesten. Einreise ohne negativ Test aus Gebieten mit sehr hohen Covid-19 Zahlen», heisst es weiter im Beitrag der Politikerin. Dieser wurde inzwischen bereits über 300 Mal geteilt und hat über 200 Kommentare. Viele davon äussern Kritik an Sollbergers Aussagen und weisen darauf hin, dass die Situation in der Schweiz deutlich schlimmer sei als im Kosovo.

«Im Gegensatz zu der Schweiz hat der Kosovo sehr tiefe Zahlen!», schreibt ein Facebook–Nutzer. «Erstaunlich, dass man aus der Schweiz noch irgendwo hinfliegen darf – wir sind die Keimschleudern, nicht die Anderen», heisst es seitens einer weiteren Nutzerin. Zum Vergleich: Der Kosovo wies am 4. Januar gemäss dem Corona-Dashboard der Redaktion Tamedia im Schnitt 8,1 Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner aus. In der Schweiz lag dieser Wert bei 38,7.

«Es muss bei allen Rückreisenden besser geschaut werden»

Auf Anfrage von 20 Minuten betont Sollberger, dass sie den geposteten Ausschnitt zufällig gewählt habe und nicht spezifisch gegen ein Land schiessen wollte. «So lange sich die Zahlen in der Schweiz so wie im Moment entwickeln, muss an der Grenze besser geschaut werden, egal, von wo man ankommt», sagt sie.

Zudem sei sie sicher, dass die Zahlen aus vielen Ländern nicht stimmen würden. «In der Schweiz wird jede Zahl akribisch erfasst. Wir testen sehr viel und gratis. Ich vermute, dass man sich auf die Zahlen des Kosovo nicht so verlassen kann», so Sollberger weiter. Viele Kosovaren hätten sich bei der Politikerin gemeldet und ihr zugestimmt.

Keine Testpflicht für Schweizer

Wer am Basler Euro-Airport (EAP), der sich zum Teil auf französischem Boden befindet, aus dem Kosovo ankommt, muss einen Covid-19 Test machen. Jedoch nur Personen, die nach Frankreich einreisen. «Passagiere, welche in die Schweiz einreisen und über das Schweizer Bürgerrecht oder eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz verfügen, sind von den Gesundheitskontrollen ausgenommen.», heisst es auf der Webseite des Flughafens.

«Kosovaren, die sich bei mir gemeldet haben, haben mir erzählt, dass viele von ihnen in die Schweiz einreisen und dann über die grüne Grenze nach Frankreich fahren, um das Testen zu umgehen.», meint Sollberger. Sie fordere deshalb, dass auch in der Schweiz bei der Einreise wenigstens ein Schnelltest gemacht werden muss.

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