22.06.2020 07:43

Hitler-Anspielung

SVP-Nationalrat Egger wird in persönlichem Brief beschimpft

Der Ostschweizer Politiker Mike Egger hat ein anonymes Schreiben erhalten. Darin wird er beleidigt. Egger findet das Schreiben niveaulos und hat es in den Sozialen Medien veröffentlicht.

von
Michel Eggimann
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Der St. Galler SVP-Nationalrat Mike Egger hat dieses anonyme Schreiben erhalten.

Der St. Galler SVP-Nationalrat Mike Egger hat dieses anonyme Schreiben erhalten.

Instagram
Der Brief ist per Post bei ihm angekommen.

Der Brief ist per Post bei ihm angekommen.

Instagram
Der 27-jährige Ostschweizer wird im Brief beleidigt  und beschimpft. Er hat ihn auf Instagram veröffentlicht.

Der 27-jährige Ostschweizer wird im Brief beleidigt und beschimpft. Er hat ihn auf Instagram veröffentlicht.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Der SVP-Nationalrat Mike Egger wird in einem persönlichen Brief beschimpft.
  • Der Ostschweizer zeigt den Brief in den Sozialen Medien.
  • Egger hält nichts von anonymen Schreiben, er bevorzugt den direkten Austausch.
  • Dass es auch anders geht als mit Anonymität, hat der 27-jährige Politiker auch schon erlebt.

Der St. Galler Nationalrat Mike Egger kümmerte sich nach der Session in Bern am Samstagmorgen um seine Post am Wohnort in Berneck SG. Bereits der erste Brief war kein üblicher. Es war ein Schreiben von einem Unbekannten. Darin wird der 27-jährige SVP-Nationalrat beleidigt, wie «Die Ostschweiz» berichtete. Unter anderem steht drin: «Alles hat seine Grenzen, nur Ihre Dummheit ist unendlich.» Offenbar teilt der Schreiber der Nachricht die Ansichten des Nationalrats bezüglich der Flugticketabgabe nicht. Doch es stehen nicht nur Worte im Brief, sondern ist auch ein Bild von Mike Egger abgebildet. Ihm aufgemalt ist ein Hitler-Schnauz und darunter steht: «Hitler hätte, nicht nur bildlich, die grösste Freude an Ihnen gehabt.»

Egger postete den Brief noch am Samstagmorgen auf seinem Instagram-Profil. Zu 20 Minuten sagt er: «Dieser Brief ist niveaulos. So geht das nicht, darum habe ich die Nachricht auch veröffentlicht.» Gleichzeitig meint der SVP-Nationalrat aber auch, dass Politiker solche Briefe nicht allzu ernst nehmen dürften. Das mache er selbst auch nicht. Die Polizei informiere er wegen dem Brief nicht, das mache er nur bei konkreter Androhung von Gewalt.

Forderung nach respektvollem Umgang

Der Ostschweizer findet es schade, dass er mit dem Verfasser des Briefes keinen Kontakt aufnehmen kann. Denn der Brief wurde anonym verschickt. Egger meint: «Grundsätzlich bin ich an Diskussionen mit Personen, die andere Meinungen vertreten als ich, interessiert. Wichtig ist dabei aber Respekt.» Der 27-Jährige ist der Meinung, dass es in der Schweiz für Bürger möglich sei, sich mit Politikern direkt auszutauschen. Folglich hält er von solchen anonymen Briefen nichts.

Dass es anders geht, hat der St. Galler auch schon erlebt. Er erzählt: «In einer Zeitung habe ich mal einen offenen Brief von einem Bürger gesehen, der mich kritisiert hat. Ich machte den Mann ausfindig und wir haben zusammen telefoniert.» Heute würden sie sich regelmässig zum Kaffee treffen und miteinander diskutieren, so der Politiker. Zudem fügt er an: «So sollte es in einer Demokratie funktionieren. Auch wenn man unterschiedliche Ansichten und Meinungsverschiedenheiten hat, kann daraus eine Freundschaft entstehen.»

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