Aktualisiert 02.10.2012 09:30

Nach 13 Jahren

SVP-Nationalrat Peter Spuhler tritt zurück

Die SVP verliert ein weiteres Aushängeschild: Der Thurgauer Nationalrat Peter Spuhler gibt sein Amt per Ende Jahr ab. Er will sich auf seine Firma Stadler Rail konzentrieren.

von
mlu

Der Aderlass der SVP geht weiter. Mit Peter Spuhler tritt ein weiteres Schwergewicht ab. Nach 13 Jahren im Nationalrat hat der 53-Jährige seinen Rücktritt per Ende Jahr bekanntgegeben. Er habe sich entschieden, seine unternehmerisch wahrzunehmende Verantwortung seinen «persönlichen politischen Ambitionen vorzuziehen». Spuhler begründet den Schritt mit dem zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, in dem sich seine Firma Stadler Rail befinde.

Die «schwelende Verschuldungskrise in Europa» sei «nicht gelöst», schreibt Spuhler in seinem Communiqué. Deshalb müsse es gelingen, neue Märkte zu erobern. Dass Spuhler dabei nicht allzu zimperlich ist, zeigt das Engagement seiner Firma in Weissrussland, der letzten Diktatur Europas.

Peter Spuhler wurde 1999 in den Nationalrat gewählt und bei den eidgenössischen Wahlen 2003, 2007 und 2011 bestätigt. Im Nationalrat ist der Thurgauer Politiker Mitglied der parlamentarischen Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK). Der verheiratete Ökonom studierte an der HSG in St. Gallen, hat drei Kinder und trägt in der Armee den Rang eines Hauptmanns.

Stadler-Rail-Besitzer Spuhler im Interview

Spuhler weiterhin gefragt

Die SVP-Fraktion im Nationalrat bedauert den Rücktritt von Peter Spuhler. «Wir haben aber auch Verständnis und grossen Respekt, dass er in der aktuellen Situation die Priorität bei seiner wichtigen unternehmerischen Verantwortung setzt», schreibt Nationalrat und Fraktionspräsident und Adrian Amstutz in einer ersten Reaktion.

In wirtschafts- und steuerpolitischen Fragen werde die SVP Peter Spuhler weiterhin zu Rate ziehen, so Amstutz. Anspruch auf die Nachfolge des zurücktretenden Parlamentariers hat die 56-jährige Verena Herzog. Sie ist Mitglied des Thurgauer Grossen Rats. Die Kindergärtnerin und Geschäftsfrau ist erste Ersatzkandidatin. (mlu/sda)

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