Zürich: SVP nominiert Tuena und Zweifel

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ZürichSVP nominiert Tuena und Zweifel

Die Stadtzürcher SVP tritt mit einer Zweierkandidatur zu den Stadtratswahlen im März 2010 an. Die Delegiertenversammlung schickte am Donnerstagabend Mauro Tuena und Karl Zweifel ins Rennen.

Der 37-jährige Computertechniker Tuena präsidiert seit 2006 die SVP-Gemeinderatsfraktion. Er war schon vor einem Jahr bei der Stadtrats-Ersatzwahl für die zurückgetretene Monika Stocker (Grüne) angetreten.

Politisch ein unbeschriebenes Blatt ist der zweite SVP-Kandidat Karl Zweifel. Der 53-Jährige ist Facharzt für Orthopädie im Zentrum für Wirbelsäulenleiden im Spital Sanitas Kilchberg. 2007 hatte er erfolglos für den Kantonsrat kandidiert.

Die beiden Kandidaturen waren unbestritten und wurden einstimmig gutgeheissen. Ein Antrag, einen dritten Kandidaten zu nominieren, blieb chancenlos.

Mit Tuena und Zweifel habe die SVP ein «Duo mit klarem Profil» und «optimale Wahlchancen», wurde betont. Tuena sei ein starkes Zugpferd und als Allrounder vielseitige einsetzbar; Zweifel als Chirurg wie kein anderer Kandidat prädestiniert für das Gesundheitsdepartement.

Harsche Kritik am Stadtrat

Die SVP ist seit 1990 nicht mehr in der Stadtzürcher Exekutive vertreten. Der Einzug der SVP in den Stadtrat sei längst fällig, sagte Mauro Tuena. Es brauche dringend die bürgerliche Wende.

Unter der rot-grünen Herrschaft habe die Stadt in den letzten Jahren gute Steuerzahler verloren. Gewerbebetriebe stürben zusehends aus und die Kriminalität auf Strassen und Quartieren steige stetig.

Laut dem SVP-Stadtratskandidaten werden Autos vom bestehenden Stadtrat grundsätzlich verteufelt. Stattdessen würden unnötige Luxusprojekte realisiert. Nicht das Wohl der Allgemeinheit, sondern die eigenen Interessen stünden im Vordergrund.

Die SVP dürfe die zukünftige Politik nicht den andern überlassen und müsse deshalb bei den Stadtratswahlen antreten, sagte Parteipräsident Roger Liebi. Bei den Gemeinderatswahlen wolle die SVP prozentual stark zulegen.

Keine Allianz mit FDP

Keine Option ist für Liebi eine Wahlallianz mit der FDP. Deren Vertreter im Stadtrat hätten offenbar immer noch nicht begriffen, dass die Partei ein bürgerliches Parteiprogramm habe. Eine gegenseitige Unterstützung sei unter diesen Umständen undenkbar.

Liebi zeigte sich überzeut, dass die SVP trotz Alleingang eine reelle Chance habe. Die Konstellation sei zwar schwierig. «Wären wir vom Wahlerfolg nicht überzeugt, hätten wir keine Kandidaten vorgeschlagen», konterte der Parteipräsident Kritiker, die lieber auf den Stadtratswahlkampf verzichtet hätten.

Kandidatenkarussell fast voll

Heute setzt sich der 9-köpfige Stadtrat aus vier Vertretern der SP, drei der FDP und je einem von CVP und Grünen zusammen. Kathrin Martelli (FDP) und die beiden Sozialdemokraten Esther Maurer und Robert Neukomm treten nicht mehr an.

Die FDP will Martellis Sitz in der Exekutive mit ihrem Stadtparteipräsidenten Urs Egger verteidigen. Die Grünen streben mit Gemeinderatsfraktions-Chef Daniel Leupi einen zweiten Sitz an.

Die CVP will ihren bisherigen Stadtrat Gerold Lauber, Vorsteher des Schul- und Sportdepartementes, im Amt halten. Die SP nominiert ihre Kandidierenden am 15. September.

Anspruch auf Sitze erheben auch die Kleinparteien. Die EVP schlägt Gemeinderat Richard Rabelbauer vor. Die Grünliberalen versuchen es mit Denise Wahlen, die Alternative Liste Zürich (AL) mit Gemeinderat Walter Angst und die Partei für Zürich (PFZ) mit Susi Gut.

(sda)

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