Ulrich Giezendanner: SVP-Politiker fordert zweistöckige Autobahnen
Aktualisiert

Ulrich GiezendannerSVP-Politiker fordert zweistöckige Autobahnen

In die Höhe statt in die Breite bauen: Was sich bei Häusern bereits durchgesetzt hat, soll nach dem Willen von Ulrich Giezendanner auch im Strassenverkehr Realität werden.

von
jbu
In Seattle, USA, 2011 abgerissen, weil die Behörden sie als zu gefährlich einstuften: Die zweistöckige Stadtautobahn «Alaskan Way Viaduct».

In Seattle, USA, 2011 abgerissen, weil die Behörden sie als zu gefährlich einstuften: Die zweistöckige Stadtautobahn «Alaskan Way Viaduct».

In den USA gibt es sie, auch Japan kennt das Modell: doppelstöckige Autobahnen. Wenn es nach dem Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner geht, soll das Beispiel nun in der Schweiz Schule machen. In der Sendung «TalkTäglich» von Tele M1 forderte der Transportunternehmer, dass auch unsere Autobahnen teilweise mit einer zweiten Fahrbahn überzogen werden. Giezendanner will im Parlament einen entsprechenden Vorstoss einreichen.

Thomas Rohrbach, Mediensprecher des Bundesamts für Strassen, bezeichnet den Vorschlag in der «Aargauer Zeitung» als «bestechend». Allerdings wäre ein solcher Ausbau ihm zufolge mit hohen Kosten verbunden. Zudem stelle sich die Frage, wie die obere Fahrbahn bei Bedarf saniert werden könnte. Rohrbach zweifelt weiter daran, dass das Anliegen eine politische Mehrheit fände. Insbesondere weil eine bis zu sieben Meter hohe Autobahn wohl zahlreiche Einsprachen provozieren würde.

Im bürgerlichen Lager werden regelmässig Forderungen nach einem Ausbau der Schweizer Autobahnen laut. Im Fokus steht dabei die Autobahn A1 zwischen Bern und Zürich. Im letzten August hat das Aargauer Kantonsparlament die Ausarbeitung einer Standesinitiative beschlossen, wonach die A1 auf sechs Spuren ausgebaut werden soll. Zu den Befürwortern dieser Lösung zählt auch Giezendanner. Nach einem schweren Unfall auf der A1 vor einem Jahr sagte er zu 20 Minuten: «Es braucht jetzt erst recht sechs Spuren.»

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