02.10.2020 10:37

Streit eskaliertSVP-Politiker meldet Grüne bei Kesb, weil Tochter an Klimademo war

Eine Gemeinderätin der Stadt Zürich sagt, ein Ratskollege habe sie bei der Kesb angeschwärzt. Grund war die Teilnahme der Tochter am Klimacamp auf dem Bundesplatz.

von
Daniel Waldmeier
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Das Klimacamp auf dem Bundesplatz. (22. September 2020) 

Das Klimacamp auf dem Bundesplatz. (22. September 2020)

KEYSTONE
Einige Demonstranten zogen nicht freiwillig ab. 

Einige Demonstranten zogen nicht freiwillig ab.

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Einige ketteten sich an. 

Einige ketteten sich an.

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Darum gehts

  • Eine grüne Gemeinderätin erwähnte an einer Sitzung, dass ihre Tochter auf dem Bundesplatz demonstriert habe.
  • Ein SVP-Politiker reichte daraufhin eine Gefährdungsmeldung bei der Kesb ein.
  • Er sagt, er habe seine Bürgerpflicht erfüllt.

Der Post der grünen Zürcher Gemeinderätin Julia Hofstetter sorgt in den sozialen Medien für Aufregung. Darin schreibt die Politikerin, ein Ratskollege aus der SVP habe eine Gefährdungsmeldung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) eingereicht, weil ihre 14-jährige Tochter am unbewilligten Klimaprotest in Bern teilgenommen hatte. Das Verhalten ihres Ratskollegen ziele darauf ab, «Frauen mundtot zu machen», schreibt Hofstetter. Und weiter: «Es gibt kaum einen Ort, wo ich verletzlicher bin als in meiner Rolle als Mutter.»

In einer Mitteilung verurteilen die Grünen der Stadt Zürich die Aktion: «Diese hinterhältige Meldung gegen politisch engagierte Menschen macht uns wütend. Die Grünen Stadt Zürich und die Gemeinderatsfraktion der Grünen verurteilen dieses Vorgehen der SVP aufs Schärfste.» Die Partei fordert den SVP-Politiker zum Rücktritt auf. «Solche Menschen sind eine Schande für Zürich und für den Gemeinderat Zürich.»

«Pflicht, die Kesb zu informieren»

Der SVP-Gemeinderat Derek Richter sagt zu 20 Minuten, er habe Hofstetter nicht angeschwärzt. Er habe die Pflicht, die Kesb bei einer möglichen Kindswohlgefährdung zu informieren.

Hofstetter hatte in einem Votum in einer Gemeinderatssitzung von der Teilnahme ihrer Tochter am Klimacamp in Bern berichtet. Es endete Anfang letzter Woche mit der Räumung durch die Polizei.

Richter schreibt an 20 Minuten, er wisse lediglich, dass die Polizei die Demonstranten mehrere Male aufgefordert habe, den Platz zu räumen. Er sei nicht Ankläger. Die Kesb sei nun verpflichtet, die Sache zu bewerten. Laut den Grünen hat die Kesb den Fall bereits zu den Akten gelegt.

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590 Kommentare
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Basellebt

03.10.2020, 23:49

Die Freiheit der Wölfe ist der Tod der Lämmer.

Danke

03.10.2020, 20:04

Für einmal gut eingesetzte Steuergelder.

sagt ihm eure meinung doch direkt

03.10.2020, 11:37

Derek Richter Allmannstrasse 20 8052 Zürich 079 401 83 64