21.05.2019 18:58

Michael Frauchiger

SVP-Politiker nennt Tamy Glauser ein «Ding»

Auf Twitter liefern sich rechte und linke Politiker eine grosse Diskussion. Der Grund: Ein Angriff auf Model und LGBT-Aktivistin Tamy Glauser.

von
fss
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Ihr Grossvater war bereits Nationalrat: Tamy Glauser. (Archivbild)

Ihr Grossvater war bereits Nationalrat: Tamy Glauser. (Archivbild)

AFP/Fred Dufour
«Würdet ihr mich wählen?», fragt Tamy Glauser ihre Insta-Community. Das Model war schon mal im Bundeshaus zu Gast und diskutierte dort über den Klimawandel.

«Würdet ihr mich wählen?», fragt Tamy Glauser ihre Insta-Community. Das Model war schon mal im Bundeshaus zu Gast und diskutierte dort über den Klimawandel.

Instagram/tamynation
Die Grünen haben das Model und LGBT-Aushängeschild eingeladen. «Wenn uns Tamy Glauser im Bundeshaus besuchen kommt», twittert Nationalrätin Sibel Arslan.

Die Grünen haben das Model und LGBT-Aushängeschild eingeladen. «Wenn uns Tamy Glauser im Bundeshaus besuchen kommt», twittert Nationalrätin Sibel Arslan.

Twitter/SibelArslanBS

Der SVP-Politiker Michael Frauchiger hat eine eigene Meinung zu den Wahlambitionen von Model Tamy Glauser. Die LGBT-Aktivistin möchte für die Grünen in den Nationalrat einziehen.

Davon hält der homosexuelle Frauchiger, der vor kurzem die Wahl in den Kantonsrat deutlich verpasst hat, nicht besonders viel. Auf Twitter schreibt er: «Lieber lasse ich mich in einer Therapie bei Christfanatikern konvertieren als von solch einer ...... in #LGBT vertreten.» Frauchiger weiter: «Ich hoffe, dieses Ding wird nicht gewählt.»

Den Tweeet löschte Frauchiger wenig später, doch Nationalrätin Sibel Arslan machte einen Screenshot davon und forderte eine Entschuldigung. Darauf twitterte Frauchiger: «Sibel Arslan möchte eine Entschuldigung? Wieso müssen Sie für Tamy Glauser sprechen? Wenn Frau Glauser eine Entschuldigung möchte, kann sie das selber fordern!»

Genau das tat Glauser nur kurze Zeit später: «Und Sie haben nichts besseres zu tun, als Menschen im Netz zu beleidigen? Eine öffentliche Entschuldigung wäre durchaus angebracht.»

Frauchiger antwortete: «Danke, dass Sie selber nach einer Entschuldigung verlangen! Ich entschuldige mich dafür, Sie als Ding bezeichnet zu haben, ich hätte einen etwas anderen Ausdruck verwenden können. Meine Meinung Ihnen gegenüber ändert es kein bisschen! Wasser predigen, Wein saufen.»

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass Frauchiger für Empörung sorgt. Erst im April kritisierte er die Wahl von Alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi in die Führung der Zürcher SVP. Bortoluzzis Wahl kann der schwule Michael Frauchiger nicht nachvollziehen: «Bortoluzzi hat sich in der Vergangenheit mehrmals abfällig gegenüber Kindern, Frauen und Homosexuellen geäussert.» Er verweist dabei auf Bortoluzzis Aussage von 2015, wonach Homosexuelle einen verkehrten Hirnlappen hätten.

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