Zürcher Gemeinderat - SVP-Politiker schwänzt wegen Maskenpflicht die Sitzungen
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Zürcher GemeinderatSVP-Politiker schwänzt wegen Maskenpflicht die Sitzungen

Tobias Baggenstos protestiert gegen die geltende Maskenpflicht im Gemeinderat. Deshalb nimmt er seit Januar an keinen Sitzungen mehr teil.

von
Lynn Sachs
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Ein SVP-Gemeinderat bleibt seit Anfang Jahr den Sitzungen fern.

Ein SVP-Gemeinderat bleibt seit Anfang Jahr den Sitzungen fern.

Tamedia/Anna-Tia Buss
Tobias Baggenstos protestiert gegen die Maskenpflicht und die Massnahmen des Bundes.

Tobias Baggenstos protestiert gegen die Maskenpflicht und die Massnahmen des Bundes.

SVP Zürich
«Wir haben Tobias Baggenstos klar gesagt, dass wir enttäuscht seien und etwas anderes erwarteten», sagt Fraktionspräsident Roger Bartholdi.

«Wir haben Tobias Baggenstos klar gesagt, dass wir enttäuscht seien und etwas anderes erwarteten», sagt Fraktionspräsident Roger Bartholdi.

20min

Darum gehts

  • Der SVP-Gemeinderat Tobias Baggenstos boykottiert seit Januar die Parlamentssitzungen.

  • Er will der Maskenpflicht und den Corona-Massnahmen des Bundes trotzen.

  • Die SVP-Fraktion ist von seinem Verhalten enttäuscht.

Der Stadtzürcher SVP-Gemeinderat Tobias Baggenstos geht seit Januar an keine Parlamentssitzungen mehr. Grund dafür: Er will sich gegen die Corona-Politik des Bundesrates und die Maskentragepflicht widersetzen. Das habe er Anfang Jahr dem Ratsbüro und der SVP-Fraktionsspitze schriftlich mitgeteilt, schreibt die «NZZ».

Der 27-jährige Präsident der Kreispartei Schwamendingen habe gehofft, dass andere seinem Boykott folgen würden. Doch die Parteileitung unterstützte sein Handeln nicht. «Wir haben Tobias Baggenstos klar gesagt, dass wir enttäuscht seien und etwas anderes erwarteten», sagt Fraktionspräsident Roger Bartholdi. Es sei der falsche Weg auf Gemeindeebene das Parlament zu boykottieren, wenn einem ein Entscheid auf Bundesebene nicht passe, sagt er im Artikel.

Obwohl es im Rat eine Präsenzpflicht gibt, seien für das Fernbleiben keine Sanktionen vorgesehen. «Wir suchen lieber das Gespräch mit ihm», so Bartholdi. Als «Freundschaftsdienst für den Parteipräsidenten Mauro Tuena» habe sich der 27-Jährige nun dazu entschieden, ab Mittwoch wieder an den Sitzungen teilzunehmen. Tuena habe Baggenstos klar gemacht, dass das Zürcher Parlament der falsche Ort sei, um seiner Kritik an den Corona-Massnahmen des Bundes Luft zu verschaffen.

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