«Neue Dimension der Aggressivität» - SVP-Politiker tweetet gegen Judenhass und wird übelst antisemitisch beleidigt
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«Neue Dimension der Aggressivität»SVP-Politiker tweetet gegen Judenhass und wird übelst antisemitisch beleidigt

Der Basler SVP-Grossrat Pascal Messerli forderte im Vorfeld der Pro-Palästina-Demos am Wochenende Nulltoleranz für judenfeindliche Äusserungen. Dafür wurde er jetzt auf Instagram angegriffen.

von
Steve Last
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Mit solchen Attacken auf Instagram muss sich SVP-Politiker Pascal Messerli herumschlagen.

Mit solchen Attacken auf Instagram muss sich SVP-Politiker Pascal Messerli herumschlagen.

Screenshot Instagram
Er hatte am Freitag auf Twitter gefordert, dass antisemitische Propaganda an Palästinenser-Demonstrationen in Basel unterbunden wird.

Er hatte am Freitag auf Twitter gefordert, dass antisemitische Propaganda an Palästinenser-Demonstrationen in Basel unterbunden wird.

Screenshot Twitter
Grund für Messerlis Besorgnis war eine Demonstration in Gelsenkirchen (D), bei der vor einer Synagoge judenfeindliche Parolen skandiert wurden.

Grund für Messerlis Besorgnis war eine Demonstration in Gelsenkirchen (D), bei der vor einer Synagoge judenfeindliche Parolen skandiert wurden.

Screenshot Twitter

Darum gehts

  • SVP-Politiker Pascal Messerli wurde auf Instagram mit antisemitischen Beleidigungen eingedeckt.

  • Er hatte sich zuvor auf Twitter dafür ausgesprochen, dass judenfeindliche Propaganda bei Kundgebungen in Basel unterbunden wird.

  • Er hat angekündigt, Anzeige zu erstatten.

Der Basler SVP-Grossrat und Fraktionspräsident Pascal Messerli setzte am Freitag einen Tweet zu den angekündigten Palästinenser-Demonstrationen in der Stadt ab. Darin forderte er «ein Einschreiten der Polizei, wenn nur eine antisemitische Parole herumgepöbelt wird». Daraufhin wurde er auf Instagram Ziel von judenfeindlichen Attacken. Besonders von einem Account aus wurde Messerli, der selber nicht jüdisch ist, mit Privatnachrichten eingedeckt, die unverhohlen antisemitisch und beleidigend waren.

Messerli hat Screenshots der Nachrichten auf Twitter veröffentlicht und schreibt: «Das Resultat, wenn man sich 2021 dafür stark macht, dass die Juden in unserem Kanton geschützt werden. Unglaublich!». 20 Minuten verzichtet an dieser Stelle, die Angriffe im Wortlaut wiederzugeben.

«Es gibt immer wieder Reaktionen, aber nicht in dem Ausmass und nicht mit dieser Aggressivität. Das ist eine neue Dimension», sagt Messerli zu 20 Minuten. Er habe sich ja nicht einmal zum Nahostkonflikt geäussert, sondern lediglich gefordert, dass antisemitische Propaganda unterbunden und die Sicherheit der jüdischen Bevölkerung sichergestellt werden. Dazu veranlasst habe ihn eine Demonstration in Gelsenkirchen (D), bei der am Mittwoch vor einer Synagoge judenfeindliche Parolen skandiert wurden.

«Ich war schockiert»

«Ich war schockiert über den Judenhass und habe ihn geblockt», so Messerli weiter. Auf Twitter hat der Jurist bereits angekündigt, Anzeige zu erstatten. Wer hinter dem judenfeindlichen Insta-Account steckt, ist derweil nicht klar. Der Name ist wohl ein Pseudonym, die Nachrichten lassen auf sehr nachlässig getipptes Schweizerdeutsch schliessen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Antisemitismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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