«Als ob die Taliban Essen verteilt» - SVP-Politiker wird angefeindet, weil er bei Lebensmittelabgabe mithilft
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«Als ob die Taliban Essen verteilt»SVP-Politiker wird angefeindet, weil er bei Lebensmittelabgabe mithilft

Der Basler SVP-Grossrat Pascal Messerli erntet für seinen Einsatz bei der «Gärngschee-Lebensmittelabgabe» auf den Sozialen Medien Kritik. Er finde das aber eine gute Sache und würde es jederzeit wieder machen, betont er.

von
Alexia Mohanadas
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SVP-Politiker Pascal Messerli wurde auf Twitter und Facebook kritisiert, weil er bei der Lebensmittelabgabe im Bajour-Büro mithalf. 

SVP-Politiker Pascal Messerli wurde auf Twitter und Facebook kritisiert, weil er bei der Lebensmittelabgabe im Bajour-Büro mithalf.

SVP Basel/Dominik Plüss
Gegenüber 20 Minuten sagt Messerli: «Als SVP müssen wir uns halt immer beweisen. Aber auch wir sind keine bösen Menschen und wollen den Menschen, die wegen der Corona-Krise besonders leiden, helfen.»

Gegenüber 20 Minuten sagt Messerli: «Als SVP müssen wir uns halt immer beweisen. Aber auch wir sind keine bösen Menschen und wollen den Menschen, die wegen der Corona-Krise besonders leiden, helfen.»

Screenshot Twitter
Seine Unterstützung bei der Lebensmittelabgabe wurde dem SVPler nicht abgenommen und hinterfragt.  Messerli findet die Kritik nicht angemessen und äussert sich dazu auf Twitter.

Seine Unterstützung bei der Lebensmittelabgabe wurde dem SVPler nicht abgenommen und hinterfragt. Messerli findet die Kritik nicht angemessen und äussert sich dazu auf Twitter.

Screenshot Twitter

Darum gehts

  • SVP-Politiker Pascal Messerli wurde auf Twitter und Facebook kritisiert, weil er bei der Lebensmittelabgabe im Bajour-Büro mithalf.

  • Er findet die Kritik nicht angemessen und äussert sich dazu auf Twitter.

  • Bajour verteidigte Messerli und bat die User um konstruktive Kritik.

SVP-Fraktionspräsident Pascal Messerli packte vergangenen Samstag bei der Lebensmittelabgabe der Aktion «Gärngscheh» mit an. Das Basler Online-Medium Bajour hatte diese im Winterlockdown für Menschen und Familien ins Leben gerufen, die wegen der Corona-Pandemie in eine Notlage gekommen sind. Davon profitieren inzwischen rund 150 Personen aus über 50 Haushalten.

Beim Foodshare-Projekt packen auch immer wieder Basler Politikerinnen und Politiker aus dem Grossen Rat mit an. Letzten Samstag griff Pascal Messerli, Grossrat SVP, der Bajour-Community unter die Arme und musste dafür prompt viel Kritik einstecken. Ein Rechter, der sich für Armutsbetroffene engagiert, damit eckt Messerli offenbar an. «Ist das so, wie wenn die Taliban Essen verteilt?», schrieb ein User unter dem Facebook-Post von Bajour. Es war Messerli selbst, der diesen Facebook- Kommentar danach twitterte und sich dann dazu äusserte.

«Haters gonna hate»

Pascal Messerli, Grossrat SVP

Auf Twitter stellte er seinerseits nochmals klar, dass die Lebensmittelabgabe ein tolles Projekt sei und schreibt als Titel seines Tweets: «Haters gonna hate». (Lass deine Gegner weiter hassen.) Die Personen fänden es wahrscheinlich seltsam, dass ein SVP-Politiker sich für eine Wohltätigkeit einsetzte, erklärt Messerli gegenüber 20 Minuten. «Als SVP müssen wir uns halt immer beweisen. Aber auch wir sind keine bösen Menschen und wollen den Menschen, die wegen der Corona-Krise besonders leiden, helfen», so Messerli weiter.

Bajour habe die Parlamentsmitglieder im Grossen Rat angefragt, um beim Projekt mitzumachen. «Ich fand es eine sehr gute Sache und würde es jederzeit wieder machen», sagte Messerli überzeugt.

Die User auf den Sozialen Medien jedoch kaufen Messerli die gute Tat nicht ab und reagieren misstrauisch: «LMAO (Ich lache mich tot), quasi einem rechten SVPler liegt das Wohl armer Menschen am Herzen», schreibt ein User sarkastisch auf Twitter.

Screenshot

Bajour musste schliesslich eingreifen, weil der Ton auf ihrer Facebookseite unflätig wurde und bat die User um ausschliesslich konstruktive Kritik. «Wenn hier mehrere Personen auf einen einzelnen Menschen schiessen und seine persönlichen Motive hinter seiner Mithilfe an der Lebensmittelaktion hinterfragen, ist das nicht in Ordnung. Bitte bleibt anständig und sachlich. Danke!»

Lebst du oder lebt jemand, den du kennst, in Armut?

Hier findest du Hilfe:

Tischlein deck dich, Lebensmittelhilfe

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