Zürich: SVP-Politikerin lanciert Initiative gegen den Genderstern

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ZürichSVP-Politikerin lanciert Initiative gegen den Genderstern

Ein Komitee, angeführt von SVP-Gemeinderätin Susanne Brunner, will in der städtischen Verfassung festhalten, dass in behördlichen Schreiben auf Sonderzeichen verzichtet wird.

von
Lynn Sachs
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Die Zürcher Stadtverwaltung verwendet seit Juni den Genderstern. Das stört die SVP-Politikerin Susanne Brunner.

Die Zürcher Stadtverwaltung verwendet seit Juni den Genderstern. Das stört die SVP-Politikerin Susanne Brunner.

Tamedia/Silas Zindel
«Mit dem Genderstern missbraucht der Stadtrat die Sprache als politisches Instrument», schreibt sie in einer Mitteilung. Mit einer Initiative will sie nun den Genderstern verbannen.

«Mit dem Genderstern missbraucht der Stadtrat die Sprache als politisches Instrument», schreibt sie in einer Mitteilung. Mit einer Initiative will sie nun den Genderstern verbannen.

20min/Marco Zangger
Zu dieser Kritik und dem Inhalt der lancierten Vorlage will sich der Stadtrat aktuell und bis die Initiative eingereicht ist, nicht äussern.

Zu dieser Kritik und dem Inhalt der lancierten Vorlage will sich der Stadtrat aktuell und bis die Initiative eingereicht ist, nicht äussern.

20min/Lynn Sachs

Darum gehts

  • Die Stadt Zürich verwendet seit Juni den Genderstern in behördlichen Texten.

  • Ein überparteiliches Komitee sagt diesem jetzt den Kampf an.

In behördlichen Texten in der Stadt Zürich wurde per 1. Juni 2022 der Genderstern eingeführt. Wie der Stadtrat damals mitteilte, sollen mit der Verwendung des Gendersterns oder geschlechtsneutraler Formen, wie Studierende oder Rettungskräfte, Personen aller Geschlechter sprachlich gleichberechtigt behandelt werden. Diesem Entscheid sagt ein überparteiliches Komitee aus Vertretenden der SVP, GLP, Mitte und einem SP-Alt-Kantonsratspräsident nun den Kampf an.

Das achtköpfige Komitee lancierte am Mittwoch die Initiative «Tschüss Genderstern!». Damit will es in der Gemeindeordnung verankern, dass die Stadt Zürich eine «klare, verständliche und lesbare Sprache» verwendet und in ihrer Kommunikation auf Sonderzeichen innerhalb einzelner Wörter verzichtet.

«Zeichen von Respekt und Anerkennung»

In einer Medienmitteilung übt die Initiantin und SVP-Gemeinderätin Susanne Brunner Kritik am Stadtrat: «Mit dem Genderstern missbraucht der Stadtrat die Sprache als politisches Instrument.» Die Sprache dürfe von der Regierung nicht als Plattform «eines Gleichstellungskampfes oder für die Betonung von verschiedenen Geschlechtsidentitäten» eingesetzt werden.

Zu diesen und dem Inhalt der lancierten Vorlage will sich der Stadtrat aktuell und bis die Initiative eingereicht ist, nicht äussern. Lukas Wigger, Sprecher des Zürcher Präsidialdepartements, verweist jedoch auf die Argumentation für die Revision des «Reglement über die sprachliche Gleichstellung». «In der Stadt Zürich leben etliche Personen, die sich von einer rein männlichen oder weiblichen Sprachform nicht angesprochen fühlen. Es ist ein Zeichen von Respekt und Anerkennung, dass die Stadt in behördlichen Texten eine Sprache nutzt, die auch nonbinäre Personen gleichberechtigt miteinbezieht.» 

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