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Medizinerin statt ÄrztinSVP-Politikerin muss Doktortitel abgeben

Der Schweizer Ärzteverband hat der Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann den Doktortitel aberkannt. Estermann hat Medizin studiert, ihr fehlt aber die Dissertation.

von
hag
Yvette Estermann studierte in den neunziger Jahren in der slowakischen Hauptstadt Bratislava Medizin. Ihr dort erworbener Doktortitel wird in der Schweiz nicht anerkannt.

Yvette Estermann studierte in den neunziger Jahren in der slowakischen Hauptstadt Bratislava Medizin. Ihr dort erworbener Doktortitel wird in der Schweiz nicht anerkannt.

Die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann darf sich nicht mehr Dr. med. nennen. Der Titel wurde ihr vom Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) aberkannt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Mit dem Entscheid des Ärzteverbands darf sie nur noch den von ihr 1993 in Bratislava erworbenen «MU Dr., Comenius-Universität in Bratislava» führen.

Anders als in der Schweiz beruht dieser Titel jedoch nicht auf dem Abschluss einer Forschungsarbeit, einer Dissertation. Es handelt sich dabei nur um einen Berufsdoktor, der allen Absolventen des Medizinstudiums verliehen wird. Yvette Estermann fehlt demnach die in der Schweiz notwendige Dissertation.

Aufmerksam wurde der Ärzteverband auf Estermann, da ihr Mann Richard Estermann im appenzellischen Teufen eine Universität mit käuflichen akademischen Titeln, eine sogenannte «Titelmühle», betreibt und die SVP-Politikerin sogar im Verwaltungsrat der Firma sass. Sie selbst zeigt sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erleichtert über den Entscheid des Ärzteverbands: «Ich bin froh darüber, dass endlich Klarheit herrscht.»

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