Aktualisiert 23.01.2008 22:37

SVP publiziert eigene Gewalt-Statistiken

Die polizeilichen Gewaltstatistiken sind der Stadtberner SVP offenbar nicht genug: Sie führt seit neuestem auf ihrer Homepage selber Buch über Delikte.

Wer wen wann und in welcher Gasse von Bern verprügelt oder beraubt hat, trägt die städtische SVP nun auf ihrer Homepage in Eigenregie zusammen. Die Liste soll wöchentlich mit Delikten aus den Medien nachgeführt werden und die Bevölkerung aufrütteln.

Für SVP-Stadtrat Peter Bernasconi steht fest: «Gewalttaten haben ganz klar zugenommen.» Die Dokumentation soll aber nicht nur thematisieren, sondern auch «statistisches Material» liefern. Denn laut Bernasconi sind die Statistiken der Polizei nicht so detailliert aufgeschlüsselt, wie es die SVP gerne hätte. Mit Angstmacherei habe das Ganze allerdings nichts zu tun.

Juso-Stadtrat Beni Hirt steht der Buchführung skeptisch gegenüber: «Ich habe Mühe damit, wenn eine politische Partei solche Listen publiziert.» Diese schürten Unsicherheit. Hirt: «Gewalt ist auf jeden Fall zu verurteilen. Ob sie aber wirklich zugenommen hat, ist umstritten.»

Eva Wirth

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