Albisgüetli-Tagung: SVP rechnet mit Störaktionen
Aktualisiert

Albisgüetli-TagungSVP rechnet mit Störaktionen

Ein Jahr nach der Attacke auf Nationalrat Hans Fehr geht die SVP an der Albisgüetli-Tagung vom Freitag erneut von Demos aus. Die Polizei müsse verhindern, dass es wieder zu Gewalttaten komme.

von
Deborah Sutter
Letztes Jahr ging die Polizei vor der traditionellen Albisgüetli-Tagung der SVP mit Tränengas gegen Demonstranten vor.

Letztes Jahr ging die Polizei vor der traditionellen Albisgüetli-Tagung der SVP mit Tränengas gegen Demonstranten vor.

An der Albisgüetli-Tagung vom Freitag treten gleich zwei heftig umstrittene Persönlichkeiten auf: Wie der traditionelle Redner Christoph Blocher ist auch der diesjährige Gastredner, Ex-UBS-Boss Oswald Grübel, ein rotes Tuch für linksgerichtete Kreise. Im letzten Jahr gipfelten die Proteste gegen die SVP-Veranstaltung in einer brutalen Prügel-Attacke auf Nationalrat Hans Fehr. Dass so etwas wieder passiert, will die SVP verhindern: «Wir stehen in engem Kontakt mit der Polizei - wir sind keineswegs so blauäugig, zu glauben, es passiere nichts», sagt Yves Gadient, Parteisekretär der Zürcher SVP.

Trotzdem habe man die Zahl privater Security-Leute gegenüber dem Vorjahr nicht aufgestockt: «Diese sind nur für die Sicherheit im Saal und auf dem Privatgrund zuständig – die Verantwortung für die Sicherheit auf öffentlichem Grund liegt bei der Polizei», so Gadient. «Wir gehen davon aus, dass sie diese wahrnimmt.»

Bei der Stadtpolizei will man sich nicht in die Karten blicken lassen: «Die Erfahrungen vom letzten Jahr werden in die Lagebeurteilung miteinbezogen und es werden entsprechend Massnahmen getroffen», so Sprecherin Judith Hödl. Bisher wurden auf den einschlägigen Online-Portalen keine Demos angekündigt. Die Zürcher Occupy-Bewegung jedoch befasste sich an ihrer gestrigen Vollversammlung mit einer möglichen Aktion beim Albisgüetli.

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Fehr: Täter bald vor Gericht

Der einzige mutmassliche Täter, der nach der Attacke auf SVP-Nationalrat Hans Fehr (Bild) bisher identifiziert und verhaftet worden ist, kommt bald vor Gericht: «Das Verfahren gegen die eine bekannte Person kommt in den nächsten drei bis vier Wochen zu einem Abschluss», be­stätigt der ­zuständige Staatsanwalt Markus Imholz. Nach weiteren Beteiligten wird aber weiterhin gefahndet. Hans Fehr sagt auf Anfrage, er werde morgen wieder an der Tagung teilnehmen, ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen: «Ich will als freier Bürger unbeschadet dorthin gehen können. Dafür hat die Polizei zu sorgen.»

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