SVP-Schafe grasen für deutsche Neo-Nazis
Aktualisiert

SVP-Schafe grasen für deutsche Neo-Nazis

Die weissen Schafe der SVP-Kampagne stehen in Deutschland für braune Gesinnung. Die rechts-extreme NPD wirbt mit der Schäfchen-Kampagne gegen Ausländer. Muss die SVP die Schäfchen-Plakate zurückziehen?

Drei weisse Schafe bugsieren ein schwarzes über die Grenze. Diese mittlerweile europaweit bekannte Kampagne, mit der die SVP für ihre Ausschaffungsinitiative wirbt, hat einen weiteren Nachahmer gefunden: die Sektion Hessen der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Unter dem Slogan «Sozial geht nur national» werben die Neonazis für die Landtagswahlen im kommenden Jahr.

«Wir haben uns vom SVP-Plakat inspirieren lassen», bestätigte Jörg Krebs, Sprecher der NPD Hessen, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die NPD habe das Plakat im Internet entdeckt und vorgängig keinen Kontakt mit der Schweizer Partei aufgenommen.

Er kenne die SVP nur vom Namen her, sagte Krebs weiter. «Wir haben keine Berührungsängste und lassen uns von allen Parteien inspirieren.» Falls die SVP nun rechtlich gegen sie vorgehe, sei dies «borniert und engstirnig». Er glaube nicht, dass eine solche Klage Erfolg hätte.

Die SP sieht sich nun in ihrer bereits früher geäusserten Kritik an den «rassistischen Plakaten» bestätigt: «Da kommt eine gewisse Nähe zwischen der SVP und der NPD ans Tageslicht», so Parteipräsident Hans-Jürg Fehr.

SVP-Generalsekretär Grego Rutz hingegen will den Vorwurf, die Kampagne sei rassistisch, weiterhin nicht hinnehmen – obwohl das Logo offenbar sehr gut zum Wahlprogramm der NPD («Sonderklassen für ausländische Kinder») passt. Trotzdem will die Partei reagieren: «Die Schäfchen sind unsere Idee und unsere Kampagne», so Rutz. «Wir überlegen uns deshalb, rechtliche Schritte einzuleiten».

Was meinen Sie, muss die SVP die Schäfli-Kampagne stoppen, oder kann die Partei so weitermachen?

(Nico Menzato/SDA)

Diskussion über NPD-Verbot

Die NPD wurde 1964 in Hannover gegründet. 2004 verzeichneten die Neonazis einen Grosserfolg und zogen mit neun Prozent Wählerstimmen ins Sachsner Landesparlament ein. Wegen ihrem ausländerfeindlichen Wahlprogramm diskutiert Deutschland derzeit erneut über ein Verbot der Partei. Der hessische NPD-Chef Marcel Wöll wurde im August wegen Leugnung des Holocaust zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. (nm)

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