SVP-Schlammschlacht um Regierungsratskandidat
Aktualisiert

SVP-Schlammschlacht um Regierungsratskandidat

Er habe getrickst, geschummelt, sei schon mal entlassen worden und dazu noch schwul: Regierungsratskandidat Christoph Neuhaus wird innerhalb seiner SVP mit Dreck beworfen.

Am 24. Februar wird Christoph Neuhaus (41) zum Berner Regierungsrat gewählt – er ist der einzige Kandidat. Der smarte Politprofi könnte also ganz ruhig und ohne nervenaufreibenden Wahlkampf auf diesen Tag warten. Doch plötzlich steckt er mitten im Politsumpf: Ausgerechnet innerhalb seiner SVP tobt eine Schlammschlacht gegen Neuhaus. Er habe anderen möglichen Kandidaten falsche Versprechungen abgegeben und bei seinem Abgang als Parteisekretär 2006 die Adressliste mitlaufen lassen, berichtete die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf Parteikollegen von Neuhaus.

«Da sind schlechte Verlierer am Werk», sagt Neuhaus zu 20 Minuten. «Es wird sogar behauptet, ich sei schwul.» Erstens spiele die sexuelle Orientierung keine Rolle und zweitens habe er eine Freundin. «Zudem wird kolportiert, ich sei 2001 bei der Volkswirtschaftsdirektion entlassen worden und hätte mich ins SVP-Parteisekretariat gerettet», sagt Neuhaus. Auch das stimme – wie alles andere – nicht: «Das alles ist eine Frechheit und schadet nur unserer Partei.»

Philipp Probst

Alt-SVP-Präsi nimmt Stellung

Hermann Weyeneth, Alt-Präsident der Berner SVP, spricht Klartext: Der Vorwurf gegen Christoph Neuhaus, er sei 2001 von der Volkswirtschaftsdirektion entlassen worden, stimme nicht. «Ich habe Neuhaus den Vertrag als SVP-Sekretär vorgelegt, er hat unterschrieben und dann seine Stelle gekündigt», sagt Weyeneth. Die Schlammschlacht gegen Neuhaus habe mit der teilweise amateurhaften Führung in den Parteisektionen zu tun.

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