Bern: SVP-Spitze distanziert sich von geplanter Demo
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BernSVP-Spitze distanziert sich von geplanter Demo

Führende SVP-Vertreter möchten die rechte Kundgebung vom 18. März in Bern verhindern. Gleichzeitig werden die Organisatoren von Linksextremen bedroht.

von
sul
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Im Zuge der Räumung eines besetzten Hauses an der Effingerstrasse kam es vorletzte Woche zu heftigen Angriffen gegen die Polizei. Am 18. März drohen erneute Strassenschlachten.

Im Zuge der Räumung eines besetzten Hauses an der Effingerstrasse kam es vorletzte Woche zu heftigen Angriffen gegen die Polizei. Am 18. März drohen erneute Strassenschlachten.

Leser-Reporter/Svene
Die Besetzer schossen bei mit Feuerwerk und Abfallkübeln auf die Polizisten.

Die Besetzer schossen bei mit Feuerwerk und Abfallkübeln auf die Polizisten.

Leser-Reporter/Svene
Auch Farbe und Einrichtungsgegenstände wurden gegen die Polizisten eingesetzt.

Auch Farbe und Einrichtungsgegenstände wurden gegen die Polizisten eingesetzt.

Leser-Reporter/Svene

Bern kommt einfach nicht zur Ruhe. Im Zuge der Räumung eines besetzten Hauses an der Effingerstrasse kam es vorletzte Woche zur Strassenschlacht zwischen Linksextremen und der Polizei. Und am 18. März drohen bereits die nächsten Ausschreitungen: Mit der Kundgebung «Wir sind Direkte Demokratie» will ein SVP-nahes Komitee vor dem Bundeshaus gegen die aus seiner Sicht zu lasche Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative demonstrieren. Einer der Hauptorganisatoren ist der Berner Jung-SVPler Nils Fiechter. Gegen seinen Anlass haben Linksautonome bereits zum Widerstand aufgerufen.

Wie nun der «Sonntagsblick» schreibt, distanziert sich die SVP-Spitze von der Kundgebung und versucht sogar, die Organisatoren von ihrem Vorhaben abzubringen. SVP-Nationalrat Werner Salzmann steht selbst zwar nicht in Kontakt mit den Organisatoren, sagt aber: «Die schweizerische Parteileitung hat ihnen nahegelegt, die Veranstaltung nicht durchzuführen.»

Keine finanzielle Unterstützung der SVP

Grund dafür sei unter anderem die Angst, die Partei könne fälschlicherweise für allfällige Ausschreitungen verantwortlich gemacht werden.

Auch Parteipräsident Albert Rösti äussert sich zurückhaltend gegenüber der Demo. «Alles, was ich im Moment zur Demo sagen kann, ist: Die SVP ist weder Organisatorin noch unterstützt sie die Veranstaltung finanziell», so Rösti.

Die Mehrheit der Bundeshaus-Fraktion der SVP wird nicht an der Kundgebung teilnehmen. Trotz Bedenken der Partei-Spitze hält das OK aber an der Demo fest. «Es ist keine SVP-Veranstaltung. Wir sind überparteilich», betont Mitorganisator Fiechter. Zudem sei der Inhalt des Anlasses zu wichtig, um ihn abzusagen: «Die Kundgebung zielt auf die Stärkung der direkten Demokratie, da muss Widerstand von links eben in Kauf genommen werden», sagt der 20-Jährige gegenüber 20 Minuten.

Thomas Fuchs will teilnehmen

SVP-Grossrat Thomas Fuchs stimmt dem zu. Zwar sei der Zeitpunkt der Veranstaltung nach dem «ganzen Gstürm» ungünstig, doch dürfe man sich von Krawallanten nicht unter Druck setzen lassen. «Ansonsten könnte ja kaum noch eine Demo durchgeführt werden», sagt er auf Anfrage. Deshalb werde er auch an der Demo vom 18. März teilnehmen.

Fiechter läuft nur noch mit Pfefferspray herum

Sollte die Sicherheit laut Kantonspolizei nicht mehr gewährleistet sein, werde die Kundgebung aber abgesagt, sagt Fiechter. «Momentan ist dies allerdings ausdrücklich nicht der Fall», so der Jungpolitiker weiter

Fiechter sieht sich derzeit auf den sozialen Medien massiven Anfeindungen ausgesetzt und wird als Rassist und Sexist beschimpft. «Momentan laufe ich nicht ohne Pfefferspray herum», sagt er.

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