La Chaux-de-Fonds: SVP-Stadtpräsident wegen Mobbing abgesetzt

Aktualisiert

La Chaux-de-FondsSVP-Stadtpräsident wegen Mobbing abgesetzt

Jean-Charles Legrix ist nicht mehr Stadtpräsident von La Chaux-de-Fonds. Eine Untersuchung hat bestätigt, dass der SVP-Politiker gemobbt hat.

Der SVP-Politiker und Stadtpräsident von La Chaux-de-Fonds NE, Jean-Charles Legrix, ist wegen Mobbings sämtlicher Funktionen enthoben worden. Die Ämter und Dossiers des Vorstehers des Bau- und Energiedepartements werden auf die vier anderen Exekutivmitglieder verteilt.

Eine Untersuchung habe bestätigt, dass sich der SVP-Politiker des Mobbings schuldig gemacht habe, teilte die Stadtregierung am Freitag mit. Deshalb habe sie unmittelbar gehandelt und dem Regierungskollegen sämtliche Dossiers entzogen. Es gehe darum, die Mitarbeiter des Departements vor der Gefahr zu schützen.

Klima der Angst

Die Resultate der Untersuchung wiegen laut der Stadtregierung schwer: Einige der Übergriffe des SVP-Mannes kämen sexuellen Belästigungen nahe. Das Verhalten von Legrix habe im Departement ein Klima der Angst geschaffen und bei zahlreichen Mitarbeitern grosses Leid verursacht, schreibt die Stadtexekutive.

Die Mobbingsituation habe vor allem im Strassenbauamt vorgeherrscht. Es sei nicht akzeptabel, dass ein Departementsvorsteher ein solches Klima schaffe. Es gefährde das gute Funktionieren des Service-Public, welcher der Bevölkerung verpflichtet sei .

Die Stadtregierung hält weiter fest, dass Legrix die Mehrzahl der Vorwürfe und Schlussfolgerungen des Berichtes bestreitet. Dieser wurde auf Initiative der Stadtregierung zwischen dem 22. Mai und dem 11. Juli verfasst. Er basiert auf den Befragungen von 47 Personen, von denen mehrere von Leiden und Angst berichteten.

Vom Volk gewählt

Weil Legrix vom Volk gewählt ist, bleibt er vorerst Mitglied der Stadtregierung. Der SVP-Politiker ist seit 2010 im Amt. Er war im Verlaufe der Legislatur für Pierre Hainard (SVP) - den Vater von Frédéric Hainard (FDP) - nachgerückt. Im Mai 2012 wurde Legrix wiedergewählt.

Nun steht er pro forma zwar noch einem Departement vor und wird noch an den Sitzungen der Stadtregierung teilnehmen. Er verliert jedoch alle Kompetenzen und Ämter. Diese sollen auf die vier anderen Exekutivmitglieder aufgeteilt werden. Das Stadtpräsidium, das Legrix innehatte, wird dem bisherigen Vize-Präsidenten Pierre-André Monnard (FDP) übertragen. (sda)

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