Aktualisiert 18.09.2014 08:34

Limmatquai Zürich

SVP startet neuen Angriff auf den Hafenkran

Mit dem Hafenkran, der am Limmatquai steht, soll die DDR einst Waffen für Kriegsgebiete verladen haben. Die SVP fordert nun, dass er umgehend abgebaut wird.

von
ram

Die Stadtzürcher SVP startet einen weiteren Versuch, den ungeliebten Hafenkran am Limmatquai loszuwerden. In einer am Mittwoch eingereichten Anfrage verweisen die beiden Gemeinderäte Roland Scheck und Roger Liebi auf einen Artikel in der «Handelszeitung». Dieser schildert ausführlich, wie die DDR von Rostock aus Rebellen und Diktaturen mit Waffen wie Kalaschnikows, Panzerfäusten und Minen belieferte. Mittelpunkt dieser geheimen Verladeaktionen war offenbar der Kran Nummer 43, der seit Anfang April als Kunstwerk in Zürich steht.

Die SVP verlangt jetzt, dass der Hafenkran umgehend demontiert wird, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Zudem soll der Stadtrat Rechenschaft ablegen, ob er von den Waffenexporten gewusst hat. Für den ehemaligen Stadtrat Martin Waser (SP), der den Kunstwettbewerb lanciert hatte, ist diese Forderung unverständlich. «Man kann doch einen Kran nicht moralisch beurteilen», sagte er gegenüber der Zeitung.

Der Hafenkran «endet in der Hölle»

Es sei klar, dass der Kran eine Vergangenheit habe und mit der DDR kontaminiert sei. «Aber ein Gebrauchsgegenstand kann keinen Missbrauch begehen, einzig die Menschen, die sich seiner bedienen.» Schliesslich sperre man die Autobahn auch nicht, nur weil darauf Kokain transportiert werde. Jetzt stehe der Kran am Pranger und tue öffentlich Busse - Happyend ausgeschlossen: «Nächstes Jahr wird er eingeschmolzen, endet quasi in der Hölle und erhält so die Strafe, die sich die SVP wünscht», so Waser.

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