Wahlgeplänkel: SVP und CVP gehen sich an den Kragen
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WahlgeplänkelSVP und CVP gehen sich an den Kragen

Die Präsidenten der beiden Parteien zeigen sich angriffig: Während CVP-Darbellay der SVP Bedingungen diktiert, droht SVP-Brunner der Mittepartei mit einem Rausschmiss aus dem Bundesrat.

von
mlu
Schenken sich nichts: SVP Präsident Toni Brunner (l.) und sein Amtskollege von der CVP, Christophe Darbellay.

Schenken sich nichts: SVP Präsident Toni Brunner (l.) und sein Amtskollege von der CVP, Christophe Darbellay.

Der Wahlkampf nimmt langsam Fahrt auf: SVP-Präsident Toni Brunner packt im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» den Pfahlhammer aus. «Die CVP wirbt in den Wahlen mit dem Slogan ‹Keine Schweiz ohne uns›.» Das wäre im Hinblick auf die Bundesratswahlen vom 14. Dezember zu testen, so Brunner. Der Grund für seine Drohung: CVP-Präsident Darbellay bekenne sich nicht zur Konkordanz.

Doch auch die SP bekommt von Brunner Druck aufgesetzt: Sie stehe in der Pflicht. Die SP müsse der SVP den zweiten Sitz im Bundesrat zugestehen und die von ihr vorgeschlagene Person wählen. Sonst «kommt es zu einer völlig unberechenbaren Bundesratswahl, weil wir uns alle nicht mehr an der arithmetischen Konkordanz orientieren können.» Werde diese gebrochen, sei das Konkurrenzsystem die einzige Alternative. Dann habe die SVP als grösste Partei den Auftrag, eine Regierung zu bilden.

«Ich werde hartnäckig sein»

Doch mit wem? «Grundsätzlich ist jede Kombination denkbar, aber es ist klar, dass wir dann zuerst mit jenen Parteien zusammensitzen, die uns am nächsten sind.» Er werde hartnäckig sein: «Wir sind schon viel zu lange untervertreten im Bundesrat.» Diese Spielchen müssten ein Ende haben.

Frontalinterview mit Toni Brunner

Auch CVP-Präsident Christophe Darbellay mag sich in der «SonntagsZeitung» nicht zurückhalten: «Ich erwarte von Bundesratskandidaten der SVP, dass sie sich klar und deutlich von der Masseneinwanderungsinitiative distanzieren.» Ein SVP-Kandidat sei nur wählbar, wenn er sich zum bilateralen Weg bekenne. Das dürfte schwierig werden: Sowohl Fraktionschef Caspar Baader als auch die beiden Romands Jean-François Rime und Guy Parmelin sitzen im Initiativ-Komitee.

Frontalinterview mit Christophe Darbellay

«Politisieren sie im Interesse des Landes oder der Partei?»

Auf den Einwand, die SVP-Spitze werde niemals zulassen, dass sich solche Exponenten von der Initiative distanzieren, meint Darbellay: «Wenn sich die SVP als Wirtschaftspartei verabschiedet, ist das wohl nicht unser Problem.» Die Kandidaten müssten sich entscheiden: «Politisieren sie im Interesse des Landes oder der Partei?»

Klartext spricht Darbellay auch zur Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf: «Eveline Widmer-Schlumpf hat grosse Kompetenz bewiesen.» Und Regierungsmitglieder, die gut gearbeitet haben, solle man wieder wählen.

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