Wahlbarometer  – SVP und GLP legen in der Pandemie zu, FDP verliert
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Wahlbarometer SVP und GLP legen in der Pandemie zu, FDP verliert

Das Wahlbarometer der SRG zeigt den Formstand der Parteien zwei Jahre nach den Wahlen. Trotz Pandemie bleibt die Parteienlandschaft erstaunlich stabil.

von
Daniel Waldmeier
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SVP-Chef Marco Chiesa kämpft gegen Corona-Massnahmen. Der Kurs scheint zu funktionieren. 

SVP-Chef Marco Chiesa kämpft gegen Corona-Massnahmen. Der Kurs scheint zu funktionieren.

20min/Matthias Spicher
Die SVP positioniert sich als Partei der Massnahmenkritikerinnen und -kritiker. 

Die SVP positioniert sich als Partei der Massnahmenkritikerinnen und -kritiker.

20min/Michael Scherrer
Doch auch die GLP legt laut Umfrage zu. 

Doch auch die GLP legt laut Umfrage zu.

20min/Simon Glauser

Welche Parteien sind in der Corona-Pandemie in der Gunst der Wählerinnen und Wähler gestiegen – und welche mussten Federn lassen? Zwei Jahre vor den nationalen Wahlen zeigt das SRG-Wahlbarometer mit 27’976 Teilnehmenden, wo die Parteien stehen.

Die Schweizer Parteienlandschaft bleibt erstaunlich stabil. Laut der Online-Umfrage würde die SVP zulegen, fänden bald Wahlen statt. Laut Umfrage könnte sie im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2019 einen Prozentpunkt gewinnen und käme auf einen Wähleranteil von 26,6 Prozent. Auch die Grünliberalen reiten weiter auf der Erfolgswelle und kratzen mit 9,8 Prozent an der 10-Prozent-Marke (+2 Prozentpunkte).

Auf der Verliererstrasse sind die SP (-1 Prozentpunkt) und die FDP (-1,5 Prozentpunkte). Die SP bliebe mit 15,8 Prozent aber die zweitstärkste Kraft. Um den dritten Platz rangeln FDP (13,6 Prozent), die Mitte (13,3 Prozent) und die Grünen (13,2 Prozent ). Letztere können ihren Wähleranteil nach den grossen Gewinnen bei den letzten Wahlen halten.

Die Erklärungen

Wie Politgeograf Michael Hermann sagt, haben die Kernthemen der SVP – Europa und Migration – bei den Wählenden zwar an Dringlichkeit verloren. Die SVP habe sich zuletzt aber oft alleine gegen alle anderen Parteien gestellt, etwa beim CO2-Gesetz oder den Corona-Massnahmen: «Das hat ihr wieder ein stärkeres Profil gegeben – insbesondere, weil für einen Teil der Gesellschaft das Thema Freiheitsrechte wichtiger geworden ist und die SVP am meisten dafür steht», so Hermann zu SRF. Der Zuwachs der GLP, die sich immer klar hinter die behördlichen Corona-Massnahmen gestellt hat, zeigt laut Hermann wiederum, dass «die grüne Welle nicht einfach vorbeigeht».

Die Freisinnigen hingegen befänden sich in einer ungemütlichen «Sandwich-Situation». Sie leiden unter der zweifachen Konkurrenz: links von der GLP und rechts von der SVP. Zudem sei die Partei bei wichtigen Themen wie den Corona-Massnahmen oder dem CO₂-Gesetz nicht geschlossen aufgetreten.

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