Aktualisiert 13.01.2006 12:32

SVP verlangt mehr Leistung und Wettbewerb im Bildungswesen

Die SVP will Schüler und Studenten wieder stärker auf Leistung trimmen. Sie fordert in einem neuen Positionspapier mehr Wettbewerb im Bildungswesen sowie eine Bündelung der Kräfte.

Die Forschungsgelder sollen in erster Priorität dorthin fliessen, wo sie auch Wertschöpfung generieren.

Die Bildung sei in erster Linie ein privates und nicht ein staatliches Gut, sagte SVP-Präsident Ueli Maurer am Freitag bei der Präsentation des neuen Bildungspapiers seiner Partei. Das Bildungswesen kranke seit Jahren an einer 68er-Pädagogik, die zu stark auf antiautoritäre Erziehung und zu wenig auf Leistung ausgerichtet sei. Der Bildungsbereich habe zwar immer mehr Geld verschlungen, trotzdem seien die Leistungen einer ganzen Generation im internationalen Vergleich abgesackt. Korrigieren will dies die SVP mit 15 Massnahmen, die sie in ihrem neuen Positionspapier unter dem Titel «Leistung fordern - Leistung fördern» auflistet.

Kernforderungen der SVP sind mehr Leistungsbereitschaft und mehr Wettbewerb im Bildungswesen. So will die Partei auf der dritten Bildungsstufe die Studiengebühren auf internationales Mass anheben und es auch zulassen, dass die Universitäten für gewisse Fächer spezielle Anforderungen erlassen. Stipendien sollen nicht mehr von der öffentlichen Hand, sondern von den Hochschulen selber ausgerichtet werden, und zwar strikte nachfrage- und leistungsorientiert. Zudem soll es der Wirtschaft mit Steuerabzügen erleichtert werden, Geld für die Universitäten zu sprechen. Mehr Effizienz verlangt die SVP auch bei der Zuteilung von Forschungsgeldern. Der Staat dürfe nicht Geld in Bereiche buttern, in denen die Ausgebildeten später keine Arbeitsstelle fänden, sagte der Berner Nationalrat Hansruedi Wandfluh. Die Gelder sollen primär dorthin fliessen, wo sie zur Wertschöpfung beitragen. Die Leistungen der Hochschulen in Forschung und Lehre müssten zudem in einem Leistungsvertrag geregelt und überprüft werden.

Was die berufliche Ausbildung betrifft, wehrt sich die SVP gegen eine «Akademisierung» dieses Bildungswegs. Die Lehrkräfte müssten stattdessen gezielt auf die Anforderungen der Berufswelt vorbereitet werden. Die Wirtschaft traue heute dem Schweizer Bildungssystem nicht mehr richtig, sagte Maurer. In der Grundstufe müssen gemäss SVP spielerische Elemente reduziert und die traditionellen Leistungsfächer Mathematik und Sprache wieder stärker gewichtet werden. Wehren will sich die Partei gegen eine Zentralisierung des Bildungssystems. Die neue Bildungsverfassung, über welche das Volk am kommenden 21. Mai abstimmen wird und welche von den Kantonen mehr Koordination verlangt, trägt die SVP-Fraktion mit. Parteipräsident Maurer sagte aber, die Basis beurteile das Vorhaben sehr skeptisch. Der Bund müsse seine geplanten Interventionskompetenzen in jedem Fall sehr zurückhaltend einsetzen.

(dapd)

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