Kuschelpädagogik: SVP will alte Strenge zurück
Aktualisiert

KuschelpädagogikSVP will alte Strenge zurück

Die SVP will die Schule radikal vom therapeutischen Ansatz befreien. Noten und «heitere Strenge» sollen die Autorität der Lehrer wiederherstellen.

In zwei vom «Tages-Anzeiger» veröffentlichten, noch unfertigen Grundsatzpapieren skizziert die SVP eine Volksschule nach ihrem ­Gusto: Noten und Übertrittsprüfungen ab der dritten Klasse sollen Schüler «mit dem Leistungsdenken vertraut» machen. Verhaltens­auffällige und leistungsschwache Kinder sollen wie bisher aus den Regelklassen genommen werden. Lehrer könnten frei wählen, mit welchen Methoden sie die Unterrichtssziele erreichen, und therapeutische Stützange­bote würden weitgehend aus den Schulen entfernt. Mit den «Therapeuten» fährt der federführende alt Nationalrat Ulrich Schlüer am härtesten ins Gericht: «Das sind oft gescheiterte Lehrer, die mit ihrer Mitleidsbotschaft Problemschüler zusätzlich schwächen und sich so selbst weiter beschäftigen.» «Heitere Strenge» soll stattdessen Problemschüler dabei unterstützen, «Schwächen durch Stärken auszugleichen».

Für CVP-Ständerat und Bildungspolitiker Ivo Bischofberger kommen die SVP-Forderungen «einem Rückfall ins vorletzte Jahrhundert» gleich. «Das sind weitgehend plakative, undifferenzierte Forderungen», so Bischofberger. Und weiter: «Unsere Schulen funktionieren grösstenteils.» Der Ruf der SVP nach mehr Strenge kommt allerdings nicht von ungefähr: In einer Umfrage auf 20 Minuten Online fordern 80 Prozent der Teilnehmer, dass die Lehrer wieder strenger werden.

(daw/loo)

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