Aktualisiert 11.08.2009 15:20

MilchpreisSVP will «Bauernaufstand»

Die SVP und zwei Bauernorganisationen rufen zu einem «Bauernaufstand» in der Milchpreiskrise auf. Ende Monat wollen sie mit einem Grossaufmarsch gegen den «grenzenlosen Liberalismus» protestieren.

Mit einem Grossaufmarsch am 29. August in Sempach wollen sie Leitplanken im Milchmarkt fordern und gegen einen «grenzenlosen Liberalismus» mit Freihandelsabkommen eintreten, wie Vertreter der SVP, des Bäuerlichen Zentrums Schweiz (BZS) und der Bäuerlichen Interessengruppe für Marktkampf (BIG-M) am Dienstag vor den Medien in Bern erklärten.

Brunner mit Forderungen

Aus ihrer Sicht ist nach der Aufhebung der Milchkontingente eine allgemeinverbindliche Mengensteuerung unverzichtbar. SVP-Präsident und Milchbauer Toni Brunner forderte den Bundesrat auf, diese Allgemeinverbindlichkeit zu erlassen. Zudem hält Brunner das Käsefreihandelsabkommen für gescheitert. Die Importe würden zunehmen, während die Ausfuhren gleichzeitig zurückgingen. Gestützt auf diesen Befund wehren sich die Organisationen auch gegen ein umfassendes Agrarfreihandelsabkommen mit der EU.

Blatt muss gewendet werden

Im Umfeld hoher Kosten im Inland und angesichts des heute schon tiefen Selbstversorgungsgrads sei dies nicht zu verantworten, sagte BZS-Präsident und SVP-Nationalrat Josef Kunz. Die SVP, das BZS und die BIG-M erwarten einen Grossaufmarsch in Sempach. Sie hoffen, dass sich nebst den Milchproduzenten und anderen Bauern auch Vertreter aus den vor- und nachgelagerten Sektoren beteiligen. «Helfen Sie mit, das Blatt zu wenden, bevor wir alle überflüssig sind», heisst es auf dem Aufruf zur Kundgebung. (dapd)

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