Neuestes Husarenstück?: SVP will den Verkauf von Gold verbieten
Aktualisiert

Neuestes Husarenstück?SVP will den Verkauf von Gold verbieten

SVP-Politiker wollen den Goldschatz der Nationalbank unantastbar machen: Per Initiative soll es verboten werden, weitere Goldreserven zu verkaufen.

von
Marcel Amrein
Gold- und wohl vor allem Wahlhilf-Plan: Lukas Reimann, Luzi Stamm und Ulrich Schlüer. Foto: thomas burla

Gold- und wohl vor allem Wahlhilf-Plan: Lukas Reimann, Luzi Stamm und Ulrich Schlüer. Foto: thomas burla

«Es ist höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen», mahnt SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer. In leichtfertiger Weise habe sich die Nationalbank in den letzten Jahren eines guten Teils ihrer Goldreserven entledigt. Unter dem Titel «Rettet unser Schweizer Gold» bereitet er deshalb mit seinen Parteigefährten Luzi Stamm und Lukas Reimann eine Volksinitiative vor, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtet. Ihr Text soll diese Woche bereinigt werden. Die Nationalbank dürfte demnach keine weiteren Goldreserven verkaufen, zudem müsste sämtliches Gold im Inland lagern. «Die Goldbestände sind Volksvermögen und nicht Manipulationsmasse der Notenbanker», so Schlüer. Zur Absicherung des Schweizer Frankens sei das Gold auch heute noch unerlässlich. Zudem sei eine Lagerung im Ausland, etwa in den USA, zu gefährlich: «In solch turbulenten Zeiten könnte uns schlimmstenfalls der Zugriff verweigert werden.»

Ausserhalb von SVP-Kreisen stossen die Forderungen auf Skepsis. «Die Schweiz hat überdurchschnittliche Goldreserven – das ist gut so. Aber solch strikte Vorgaben würden die Handlungsfreiheit der Nationalbank allzu stark beeinträchtigen», sagt etwa CVP-Nationalrat Pirmin Bischof. Dieser Meinung ist auch Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger: «Die Unabhängigkeit der Nationalbank hat sich bewährt. Ohne Not sollte ihr die Politik nicht dreinreden.» Der momentan hohe Goldpreis könne zudem schon bald Vergangenheit sein, und von der Renditeseite her sei Gold mitunter ein denkbar schlechtes Anlageinstrument: «Denn am Gold, das einfach in den Nationalbankkellern herumliegt, verdienen wir nichts», so Eichenberger.

Deine Meinung