Vor Weihnachten: SVP-Zanetti twittert gegen Bettler – Shitstorm folgt
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Vor WeihnachtenSVP-Zanetti twittert gegen Bettler – Shitstorm folgt

Auch kurz vor Weihnachten müsse die Polizei gegen Bettler vorgehen, twittert Claudio Zanetti. Viele User werfen ihm daraufhin Herzlosigkeit vor.

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Die Vorweihnachtszeit hält SVP-Nationalrat Claudio Zanetti nicht davon ab, auf Twitter gegen Bettler zu stänkern.

Die Vorweihnachtszeit hält SVP-Nationalrat Claudio Zanetti nicht davon ab, auf Twitter gegen Bettler zu stänkern.

Keystone/Melanie Duchene
Er stellt dieses Bild eines Bettlers und seines kleinen Hundes auf Twitter und fordert die Stadtpolizei auf, gegen den Mann vorzugehen.

Er stellt dieses Bild eines Bettlers und seines kleinen Hundes auf Twitter und fordert die Stadtpolizei auf, gegen den Mann vorzugehen.

Die Stadtpolizei twitter zurück: «Die Sticheleien interpretieren wir als Interesse an unserem Berufsstand.»

Die Stadtpolizei twitter zurück: «Die Sticheleien interpretieren wir als Interesse an unserem Berufsstand.»

Der Zürcher SVP-Nationalrat sorgt mit einem Tweet für Furore. Der rechtskonservative Politiker fordert, auch in der Vorweihnachtszeit müsse die Zürcher Stadtpolizei das Bettelverbot durchsetzen, schliesslich sei man bei Autofahrern auch nicht kulant. Dazu postet er ein Bild eines Bettlers mit seinem kleinen Hund, dass laut Zanetti in der Nähe einer Stadtzürcher Wache der Polizei aufgenommen wurde.

Die Polizei twittert zurück, wenn sich Zanetti gestört fühle, solle er die Nummer 117 wählen. Eine Fahndung nach dem Mann sei unverhältnismässig. Zanetti antwortet, eine Fahndung brauche es nicht. «Es reicht, mit offenen Augen das warme Büro zu verlassen.» Die Polizei antwortet, sie sei bereits rund um die Uhr draussen im Einsatz.

«Wir interpretieren diese Sticheleien als Interesse an unserem Berufsstand und empfehlen Ihnen daher unsere Website für weitere Infos. Ebenfalls dort finden Sie die Bewerbungsunterlagen.» Über 400 User vergeben ein Like für diese Antwort, die als Stichelei Seitens Polizei ausgelegt werden kann, denn: Zanetti hatte sich im Sommer bereits erfolglos als Produzent bei der SRF-Sendung «Echo der Zeit» beworben.

«Erbärmlich, als Nationalrat Bettler zu denunzieren»

Dass Zanetti kurz vor Weihnachten gegen Bettler twittert, stösst zahlreichen Usern sauer auf. Sie antworten ihm sehr kritisch:«Ich finde es ziemlich daneben in der Weihnachtszeit gegen Randständige zu stänkern. Und ich bin überzeugt, dass die Polizei ihren Job kennt, im Gegensatz zu Ihnen», so das CVP-Mitglied Stefan Meier.

«Wie wäre es, den Bettelnden einfach auf einen Kaffee und etwas zu Essen einzuladen? Als Nationalrat eine bettelnde Person zu fotografieren und öffentlich bei der Stadtpolizei zu denunzieren ist einfach erbärmlich», schreibt User Gurix.

«Auch Maria und Josef waren auf Almosen angewiesen»

«Pünktlich zur Weihnachtszeit meldet er sich, der Grinch. Verbittert, weil er eine Busse kassiert hat, tritt er nach den Schwächsten. Dabei über Freiheit lamentieren und das Recht der anderen mit Füssen treten. Arm. Eure Antwort, liebe Stadtpolizei ist die Beste», schreibt User Maxim.

Eine christliche Botschaft hat User Michael Grossenbacher: «Maria und Josef mussten seinerzeit betteln und waren auch auf Almosen angewiesen. Interessant, dass Sie Bettler gerade in der Vorweihnachtszeit störend empfinden. Übrigens: Wenn selbst Jesus seine Strafe akzeptierte, können auch Sie Ihre Bussen annehmen.»

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