SVP zieht in St. Galler Regierung ein
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SVP zieht in St. Galler Regierung ein

Die SVP setzt ihren Siegeszug auf kantonaler Ebene fort: Der 38-jährige Newcomer Stefan Kölliker hat am Sonntag der Partei im zweiten Wahlgang erstmals einen Sitz in der St. Galler Regierung gesichert - auf Kosten der FDP, die ihren dritten Sitz verlor. Bestes Resultat erzielte allerdings die CVP mit Staatssekretär Martin Gehrer.

Bei einer Wahlbeteiligung von 37,1 Prozent machte der Treuhänder Kölliker im Kampf um die zwei noch offenen Sitze 41.590 Stimmen. Mit diesem Resultat zieht die SVP nach erfolglosen Kandidaturen in den Jahren 2000 und 2004 erstmals in die St. Galler Regierung ein. Kölliker bekleidete bisher noch nie ein politisches Amt.

Das beste Resultat machte der 51-jährige Staatssekretär Gehrer mit 51.586 Stimmen. Die Rechnung der CVP ging damit auf, die nach dem ersten Wahlgang die favorisierte CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz auswechselte, weil sie hinter Kölliker nur auf Platz zwei gelandet war. Die CVP-Lücke durch den Abgang von Peter Schönenberger (CVP) ist damit wieder geschlossen.

Nicht gewählt wurde der 52-jährige freisinnige Hausarzt und Kantonsparlamentarier Andreas Hartmann mit 37.421 Stimmen. Die FDP konnte damit ihren dritten Regierungssitz nach dem Rücktritt von Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling nicht verteidigen.

Einen Achtungserfolg erzielte die grüne Nationalrätin und 51-jährige Ärztin Yvonne Gilli mit 30.393 Stimmen. Klar abgeschlagen wurden die parteilose Bäuerin Alice Egger mit 13.758 Stimmen, der parteilose Nesslauer Gemeindepräsident Rolf Huber mit 13.034 Stimmen sowie der Schweizer Demokrat und Automonteur Markus Giger mit 3.139 Stimmen. Die neue St. Galler Kantonsregierung setzt sich damit aus je zwei Mitgliedern von FDP, CVP und SP sowie einem SVP-Mann zusammen.

Während bei der SVP Freude herrschte, wurden vor allem aus Kreisen der unterlegenen FDP Zweifel laut, ob der Newcomer Kölliker seiner Aufgabe gewachsen sein wird, seien doch mit der Erziehungs- und der Finanzdirektion die beiden schwierigsten Departemente zu besetzen. Die CVP Schweiz ihrerseits wertete das Spitzenergebnis Gehrers als Belohnung für die Eigenständigkeit ohne Anbiedern bei Links oder Rechts.

Mit dem Erfolg Köllikers setzt die SVP ihren Siegeszug in den Kantonen nach der Abwahl von Christoph Blocher aus dem Bundesrat fort: Im April gelang auf Kosten der CVP erstmals der Sprung in die Nidwaldner Regierung. Einen Monat zuvor nahm sie im Kanton Schwyz der FDP den zweiten Sitz ab. Misslungen ist bisher nur der Vorstoss in die Glarner Regierung, wo die FPD ihren zweiten Sitz verteidigte. Eindrücklich ist auch der Durchmarsch in den Kantonsparlamenten: Im April eroberte die SVP in Uri acht und im Thurgau vier zusätzliche Sitze. In Schwyz und St. Gallen waren es im März gar Gewinne von 14 beziehungsweise neun zusätzlichen Mandaten. Die SVP wurde damit im 120-köpfigen St. Galler Kantonsparlament stärkste Partei mit 41 Sitzen.

(sda)

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