Wahlkampf: SVPler Mike Egger macht Wahlkampf mit Songs

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WahlkampfSVPler Mike Egger macht Wahlkampf mit Songs

Der Rheintaler Mike Egger (22) kandidiert für den Nationalrat. Seine politischen Ansichten hat er für den Wahlkampf in Songs verpackt und auf Youtube gestellt.

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taw

«Darum tun wir uns jetzt alle zusammen. Niemand muss sich schämen. Wir lassen niemanden im Stich. Egal ob jung, alt, Mann, Frau, arm oder reich. Egal ob gross, klein, anders oder gleich. Wir wählen bürgerlich. Wir wählen bürgerlich», so heisst es im Refrain von «Bürgerlich».

Es ist einer der Songs, die Mike Egger, Kantonsrat, Präsident der JSVP des Kantons St. Gallen und Kandidat für die Nationalratswahlen 2015, auf seinen Youtube-Kanal MikeEggerTV gestellt hat. Gesungen werden die Lieder vom Rheintaler Hobby-Musiker Dominique Baumgartner.

«Songs sind eine perfekte Methode, um zu protestieren, protestieren gegen eine Politik, die nicht mehr das tut, was die Bürger wollen», so Mike Egger. Und Youtube sei der ideale Kanal, um auch junge Leute zu erreichen.

«Meine Stimme ist zu schlecht»

Die Idee zu den Songs entstand in Eggers Wahlkampfteam. «Alle waren sofort begeistert. Wir wollten etwas Neues machen, was uns von den anderen unterscheidet, ernste Inhalte ansprechend verpacken», so Egger.

Auch der Sänger, der 31-jährige Dominique

Baumgartner, ist Teil des Wahlkampfteams. Wieso Egger nicht selber singt? «Meine Stimme ist dafür zu schlecht», sagt Egger mit einem Lachen. Er und Baumgartner treffen sich einmal im Monat und feilen an neuen Songs. Egger liefert den Text, Baumgartner die Melodie. Bis zur Nationalratswahl ist jeden Monat ein weiterer Song geplant, im Sommer sogar ein Konzert. «Bisher habe ich sehr viele positive Rückmeldungen erhalten», freut sich Egger.

Songs bergen Gefahren

Der Politikberater und Autor dreier Wahlkampfbücher Mark Balsiger sieht in den Songs durchaus Potential. «Diese Form ist grundsätzlich sympathisch und noch nicht so ausgeleiert wie sonst viele Aktionen im Wahlkampf», sagt Balsiger. Laut dem Politikberater kann Egger mit den Songs durchaus seine Chancen im Wahlkampf erhöhen, aber nur dann, wenn er mit substanziellen Ansätzen nachlegen kann. «Ansonsten zerfällt die Idee des 'Chansonnier Provocateur' zu Staub, zumal er ja nicht selber singt», so Balsiger.

Allerdings bergen Eggers Songs auch Gefahren: Zum einen, weil es laut Balsiger im Text zum Teil noch kräftig holpert und die Aussagen nicht stringent sind. Egger und sein Liedermacher könnten so auch zum Gespött der Youtube-Community werden.

Für die nächsten Songs hat Balsiger noch ein paar Tipps: «Eggers Songs sind zu lang, der Spannungsbogen bricht früh zusammen und sie bedienen inhaltlich Klischees. Es würde helfen, intensiv Mani Matter zu hören. Der Berner Troubadour war ein Meister der Kürze und der subtil-gekonnten Andeutungen.»

Die Videos zu den Songs:

«Bürgerlich»:

«Volksherrschaft»:

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