Rassismus im Netz: SVPler tritt nach Facebook-Post zurück
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Rassismus im NetzSVPler tritt nach Facebook-Post zurück

Knall bei der Schwyzer SVP: Seppi Spiess, der auf Facebook seine Freude über den Tod eines Autodiebes zum Ausdruck brachte, verlässt die SVP freiwillig. Auch sein Arbeitgeber zieht Konsequenzen.

von
Martin Messmer
Seppi Spiess stolpert über seine Facebook-Kommentare.

Seppi Spiess stolpert über seine Facebook-Kommentare.

Es ist ein Facebook-Kommentar mit Folgen: «Seppi Spiess ist von sich aus als Ortsparteipräsident und Mitglied der SVP zurückgetreten» - das teilte Xaver Schuler, Präsident der SVP des Kantons Schwyz, mit.

Damit zieht Spiess die Konsequenzen aus dem Kommentar, den er auf Facebook schrieb. «Ich hatte richtig Freude. So müsste es sein, niederschiessen, dann kostet diese Sauware nichts mehr», postete Spiess (43) im Zusammenhang mit der Erschiessung eines moldawischen Autodiebes durch die Schwyzer Polizei (20 Minuten berichtete).

Auch der Arbeitgeber zieht die Notbremse

Der Rückzug aus der Politik ist für Spiess indes nicht die einzige Folge aus der Facebook-Affäre: Gestern durfte der zweifache Familienvater bei der Fredag in Root, wo er als Produktionsleiter angestellt ist, nicht arbeiten gehen. «Wir haben ihn wegen des Facebooks-Eintrags beurlaubt», sagt Bruno De Gennaro, CEO bei der Fredag. Grund: «Unser Leitbild sieht vor, dass wir keinen Rassismus im Unternehmen dulden.» Der Kommentar von Spiess auf Facebook sei mit diesem Leitsatz «nicht kompatibel», sagt der CEO weiter. Am Mittwoch werde definitiv entschieden, ob Spiess bei der Fredag noch eine Zukunft habe oder ob er entlassen wird.

Spiess war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er war bis am Dienstag Präsident der SVP der Gemeinde Schwyz. Zuvor war er auch als Gemeinderat in Schwyz tätig; zuständig war er in diesem Gremium für das Ressort «Kultur und Freizeit».

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