Swatch 2006 mit Umsatzrekord von 5 Milliarden
Aktualisiert

Swatch 2006 mit Umsatzrekord von 5 Milliarden

Der weltgrösste Uhrenkonzern Swatch hat im vergangenen Jahr erstmals mehr als 5 Mrd. Franken umgesetzt und einen Rekordgewinn erzielt. Die Nachfrage nach den Luxusuhren wie Blancpain oder Omega war so stark, dass Lieferengpässe entstanden.

Der Konzernumsatz kletterte angetrieben vom Luxusboom um satte 12,3 Prozent auf 5,05 Mrd. Franken, wie die Swatch Group am Montag mitteilte. Analysten waren von etwas weniger als 5 Milliarden ausgegangen.

Neuer Rekordgewinn

Das von Nick Hayek als CEO und Vater Nicolas Hayek als Präsident geführte Unternehmen stellte zudem eine überproportionale Gewinnsteigerung in Aussicht.

Auch die in China eingeführte Luxussteuer konnte durch Preiserhöhungen teilweise ausgeglichen werden. In Zahlen wird das erzielte «beste Konzernergebnis aller Zeiten» allerdings erst am 22. März präsentiert. 2005 hatte Swatch den Gewinn um 21,3 Prozent auf 621 Mio. Fr. gesteigert.

Alle Segmente erzielten 2006 Umsatzrekorde. Das stärkste Wachstum erreichten die Luxusuhren, Zahlen zu den einzelnen Marken legt Swatch allerdings wie üblich nicht vor.

Der Umsatz im Prestige-, Luxus- und oberen Marktsegment wuchs zweistellig, heisst es einzig. Gesamthaft summierte sich der Bruttoumsatz im Hauptsegment Uhren und Schmuck auf 3,91 Mrd. Franken, eine Zunahme von 13,8 Prozent.

Plastikuhr entwickelt sich «sehr erfreulich»

Auch bei den billigeren Uhren setzte sich die «positive Entwicklung», vor allem bei der Swatch, deutlich fort. Die Marke wachse markant, und die erzielten Resultate seien sehr erfreulich, schreibt Swatch. Regional war vor allem Asien Wachstumsmotor. Die USA und Europa folgten jedoch dicht dahinter und gewannen an Dynamik.

Die Konzernsparte Elektronische Systeme erhöhte den Umsatz um 9 Prozent auf 563 Mio. Franken, obwohl die in Asien verkauften Billigwerke stark schrumpfte. Einen Boom gab es hier dagegen bei Massenprodukten wie Mobiltelefonen und tragbaren Elektronikgeräten.

Lieferengpässe

Vom stark wachsenden Absatz profitierte auch die Produktion. Die Sparte weitete den Umsatz um 6,9 Prozent auf 1,39 Mrd. Fr. aus. An Dritte gingen Uhrwerke und Komponenten für 562 Mio. Franken (&4,7%).

Durch die grosse Nachfrage kam es allerdings zu diversen Lieferengpässen und Kapazitätsproblemen. Diese betrafen vor allem das oberste Preissegment von Uhrwerken und Komponenten, erfassten aber auch das obere und mittlere Preissegment.

Swatch musste zusätzliche «substanzielle Investitionen» in Produktionsanlagen tätigen und die Personalrekrutierung verstärken. Damit konnten die Engpässe aber nur teilweise überwunden werden und bleiben 2007 eine «grosse Herausforderung».

Sowohl die Marken der Gruppe als auch Drittabnehmer würden dies spüren. Swatch wolle die Engpässe sukzessive schliessen. 2007 erwartet Swatch dennoch ein weiteres Rekordergebnis.

Börse erfreut

Der Konzern will in Kürze über ein neues Aktienrückkaufprogramm entscheiden, nachdem im vergangenen Jahr eines über 300 Mio. Fr. abgeschlossen wurde. Analysten und Händler spendeten Beifall: Die Inhaberaktie von Swatch schloss 2,0 Prozent fester, die Namenaktie gewann 1,7 Prozent. (sda)

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