Uhrenmesse: Swatch Group steigt bei Baselworld aus
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UhrenmesseSwatch Group steigt bei Baselworld aus

Die Luxusmesse Baselworld verliert mit der Swatch Group ihren grössten Aussteller. Die Zukunft der Messe ist damit ungewiss.

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vay/sda
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Nach dem Verlust von Swatch als Aussteller tritt René Kamm, Chef der Messebetreiberin MCH-Group, zurück.

Nach dem Verlust von Swatch als Aussteller tritt René Kamm, Chef der Messebetreiberin MCH-Group, zurück.

Keystone
Mit der Swatch Group verlässt der bisher grösste Aussteller die Uhren- und Schmuckmesse in Basel. Das Unternehmen habe beschlossen, ab 2019 nicht mehr an der Baselworld präsent zu sein, erklärte Konzernchef Nick Hayek der «NZZ am Sonntag».

Mit der Swatch Group verlässt der bisher grösste Aussteller die Uhren- und Schmuckmesse in Basel. Das Unternehmen habe beschlossen, ab 2019 nicht mehr an der Baselworld präsent zu sein, erklärte Konzernchef Nick Hayek der «NZZ am Sonntag».

Keystone/Peter Schneider
Schon an der Baselworld 2018 waren nur noch halb so viele Aussteller zu sehen. Die Messe befindet sich in einer Krise, weil sich die Uhrenbranche wandelt.

Schon an der Baselworld 2018 waren nur noch halb so viele Aussteller zu sehen. Die Messe befindet sich in einer Krise, weil sich die Uhrenbranche wandelt.

Keystone/Georgios Kefalas

Die Schmuck- und Uhrenmesse Baselworld schrumpft weiter: Mit der Swatch Group verlässt der bisher grösste Aussteller die Uhren- und Schmuckmesse in Basel. Das Unternehmen mit einem Messebudget von über 50 Millionen Franken habe beschlossen, ab 2019 nicht mehr an der Baselworld präsent zu sein, erklärte Konzernchef Nick Hayek der «NZZ am Sonntag».

Traditionelle Uhrenmessen seien für Swatch nicht mehr sinnvoll, begründete Hayek den Rückzug. Sein Unternehmen hatte während Jahren mit fast allen seinen 18 Marken teilgenommen. Zuvor hatten sich bereits Hermès, Ulysse Nardin und Girard-Perregaux der SIHH-Uhrenmesse in Genf angeschlossen.

Nicht der einzige Rückzug

Kritische Stimmen aus der Branche verlangen unter anderem neue Ansätze bei der Organisation und der Durchführung der Messe. In Basel waren dieses Jahr mit 650 Ausstellern nur noch halb so viele wie im Vorjahr dabei. Mit dem Rückzug von Swatch steht der Zeitung zufolge auch die Zukunft der Messefirma MCH auf dem Spiel, die sich zur Hälfte im Besitz der drei Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Zürich befindet.

Uhrenbranche im Aufwind

Liess sich in den vergangenen Jahren der Rückgang zum Teil mit der schleppenden Konjunktur, der schwächeren Nachfrage nach Uhren und dem Hype um Smartwatches erklären, trifft dies nun nicht mehr zu: Seit Anfang Jahr haben die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie um 10,5 Prozent auf über 10 Milliarden Franken zugelegt.

Laut der Zeitung habe sich in den letzten Jahren vieles in der Uhren-Branche geändert: Der direkte Kontakt zum Konsumenten sei im Zeitalter von Online-Marketing und Social Media bedeutender geworden. Die meisten Marken hätten sich längst international aufgestellt und betrieben in Ländern wie China, Japan oder USA eigene Niederlassungen. Damit hielten sie den Kontakt zu den Händlern vor Ort aufrecht, ohne dass diese in die Schweiz reisen müssten.

Eintrittspreis sei überrissen

«Es ist klar, dass sich die Messe neu erfinden und sich dem 21. Jahrhundert anpassen muss», sagte etwa Jean-Claude Biver, Chef der LVMH-Uhrendivision, im März im Gespräch mit CNN Money. «Es braucht mehr Diskussionen, Konferenzen, Animationen und Foren», sagte Biver. Die Messe solle mehr unternehmen, um das Publikum anzusprechen – der Eintrittspreis von 60 Franken sei überrissen und lächerlich.

Messechef Michel Loris-Melikoff will die Messe 2019 «möglichst attraktiv in einem neuen Stil und in einer neuen Denkart durchführen». Er lasse dabei nichts unversucht, Swatch doch noch zu halten. Wesentliche Neuerungen seien für 2020 vorgesehen.

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