Aktualisiert 30.06.2020 07:57

Cabin Crew

Swiss bietet Angestellten 1000 Franken fürs Kündigen

Wer bei der Swiss eine Ausbildung zum Flugbegleiter macht, hat laut Berichten ein Angebot erhalten: 1000 Franken für diejenigen, die von sich aus kündigen.

von
Raphael Knecht
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Flugbegleiter in Ausbildung bei der Swiss sollen für eine freiwillige Kündigung 1000 Franken erhalten.

Flugbegleiter in Ausbildung bei der Swiss sollen für eine freiwillige Kündigung 1000 Franken erhalten.

KEYSTONE
Das berichtet der Finanzblog «Inside Paradeplatz» unter Berufung auf Insider.

Das berichtet der Finanzblog «Inside Paradeplatz» unter Berufung auf Insider.

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Eigentlich dürften die Angestellten gar nicht über dieses Angebot öffentlich sprechen, heisst es im Bericht weiter.

Eigentlich dürften die Angestellten gar nicht über dieses Angebot öffentlich sprechen, heisst es im Bericht weiter.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Wer freiwillig kündigt, kriegt von der Swiss 1000 Franken.
  • Das Angebot gilt laut einem Insider für Flugbegleiter in Ausbildung.
  • Die Swiss hat derzeit keinen Bedarf für neue Ausbildungen.

Die Swiss sieht sich derzeit zu einem massiven Stellenabbau gezwungen. Nun versucht die Airline, Angestellte dazu zu bewegen, von sich aus zu kündigen. Flugbegleiter in Ausbildung haben laut dem Finanzblog «Inside Paradeplatz» ein Angebot erhalten: 1000 Franken, wenn sie freiwillig gehen. Laut einem anonymen Insider dürfen Personen aber nicht öffentlich über das Angebot reden, heisst es im Bericht.

Das Angebot betrifft 80 Personen, wie die Swiss auf Anfrage von 20 Minuten schreibt. «Sollte eine betroffene Person auf die Aufhebungsvereinbarung nicht eingehen, wird der Vertrag weiter aufrecht erhalten.» Man werde alles daran setzen, um Kündigungen verhindern zu können.

Abbau bei jüngeren Angestellten

Die Airline hat dem Blog zudem bestätigt, dass sie beim Stellenabbau vor allem auf unterster Mitarbeiterstufe ansetzt – also bei den Angestellten in Ausbildung. Es sei in der aktuellen Situation aussichtslos, Absolventen ohne Flugerfahrung, die die Ausbildung zur Cabin Crew nocht nicht abgeschlossen haben, Perspektiven zu bieten.

Im Fluggeschäft gilt hohes Dienstalter typischerweise als Schutz vor Entlassung – es trifft also zuerst die jüngsten Angestellten. Aufgrund des aktuellen Überbestandes hat die Swiss laut Eigenangaben derzeit überhaupt keinen Bedarf an Ausbildungen.

Den von der Vertragsauflösung betroffenen Personen wurde aber ein 36 Monate langes Wiedereintrittsrecht zugesprochen. Sobald die Swiss wieder Bedarf beim Kabinenpersonal hat, könnten sie dann ohne ein erneutes Auswahlverfahren direkt in einen Grundkurs zurückkehren.

1900 ARBEITSPLÄTZE GEFÄHRDET

Stellenabbau trotz Milliardenhilfe

Die Swiss soll mit Notkrediten von rund 1,3 Milliarden Franken unterstützt werden. Dennoch droht ein Stellenabbau bei der Fluggesellschaft, wie die Medien bereits Anfang Mai berichteten. Damit das Unternehmen einen staatlich garantierten Kredit erhielt, legte es einen Businessplan mit Sparmassnahmen vor. Im Raum steht, die Kostenbasis um 15 bis 20 Prozent zu senken. Dafür seien Entlassungen unumgänglich. Insgesamt müssten demnach 1500 bis 1900 von 9500 Stellen gestrichen werden, um das Ziel zu erreichen.

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197 Kommentare
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Heinz, Cabin Crew Mitarbeiter

01.07.2020, 07:51

Top Arroganz ist abscheinend legal.

Emil Klöti

01.07.2020, 06:07

Die Swiss ist ein hervorragender Arbeitgeber der durch die Krise hart getroffen ist. Dass diese nun diesen Weg wählt ist nachvollziehbar, grosszügig und völlig korrekt. Dies ist keine leichte Entscheidung der Geschäftsleitung jedoch erforderlich um nicht unter zu gehen. Thomas Klühr ist zudem ein hervorragender CEO!

RAVi

30.06.2020, 11:29

Das rechnet sich nicht. Mit den Einstelltagen beim Rav aufgrund der "freiwilligen" Kündigung bleibt ein tiefes Minus. Daher sollten mind drei Monatslöhne geboten werden.