09.08.2020 14:58

Covid-App-Meldung im AuslandSwiss-Crew kann trotz Corona-Warnung arbeiten

Die Covid-App soll den Nutzer vor einer möglichen Infektion warnen. Doch geht eine solche Meldung beim Swiss-Kabinenpersonal bei einem Zwischenhalt ein, wird dieses nicht isoliert – sondern kann auf dem Rückflug trotzdem weiterarbeiten.

von
Céline Krapf
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Die Swiss fliegt derzeit auch Destinationen an, die zu Risiko-Ländern zählen.

Die Swiss fliegt derzeit auch Destinationen an, die zu Risiko-Ländern zählen.

keystone-sda.ch
Dem Kabinenpersonal wird empfohlen die Swiss-Covid-App herunterzuladen.

Dem Kabinenpersonal wird empfohlen die Swiss-Covid-App herunterzuladen.

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Geht eine Warnung im Ausland bei einem Layover ein, kann das Personal trotzdem auf dem Rückflug weiterarbeiten.

Geht eine Warnung im Ausland bei einem Layover ein, kann das Personal trotzdem auf dem Rückflug weiterarbeiten.

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Darum gehts

  • Das Kabinenpersonal der Swiss kann auf dem Rückweg in die Schweiz arbeiten, auch wenn bei einem Layover eine Covid-App-Warnung eingeht.
  • Im Ausland gehe die Fürsorgepflicht gegenüber der Mitarbeidenden vor, schreibt die Swiss.
  • Der Verdacht auf Ansteckung bestehe erst nach einer Bestätigung durch das BAG.

Die Swiss-Covid-App warnt den Benutzer vor möglichen Ansteckungen mit Corona. Diese Meldung hat jedoch für die Swiss nur in der Schweiz Priorität: Geht die Warnung bei einem Zwischenstopp im Ausland ein, kann das Bordpersonal beim Rückflug weiterhin arbeiten, weiss 20 Minuten aus vertraulicher Quelle. «Wenn kein Verdacht auf Ansteckung besteht, ist der Arbeitseinsatz unter Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften möglich», schreibt Karin Müller, Mediensprecherin der Swiss auf Anfrage.

«Im Ausland geht die Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitenden vor», erklärt die Swiss die Regelung. Ein Verdacht auf Ansteckung bestehe erst nach einer entsprechenden Bestätigung durch das BAG. Wie 20 Minuten weiss, versichert die Swiss ihren Mitarbeitenden, dass die Ansteckungsgefahr sehr gering sei, solange das Schutzkonzept eingehalten werde.

So funktioniert die Swiss Covid App

Die App registriert über Bluetooth andere Nutzer der Swiss Covid App in unmittelbarer Nähe. Hält sich eine Person während mehr als 15 Minuten näher als 1,5 Meter bei einer anderen Person auf, die sich mit Covid-19 angesteckt hat, war das ein Risikokontakt. Sobald ein Nutzer erfährt, dass er positiv getestet wurde, erhält er einen Code, mit dessen Hilfe er seine Risikokontakte warnen kann.

Anders werde aber vorgegangen, falls das Bordpersonal bei einer Zwischenlandung Symptome zeige: «Sobald es der Gesundheitszustand erlaubt, werden wir das Crew-Mitglied unter strengsten Schutzmassnahmen nach Hause fliegen.» Crew Member würden dann isoliert transportiert und nur von einem Cabin Crew Member an Bord betreut werden, schreibt Müller. Ein eigener Ein- und Ausstieg und eine designierte Toilette an Bord seien zudem vorgesehen. Weiter würden die üblichen Hygienevorschriften wie Masketragepflicht bei direktem Kundenkontakt gelten.

«Wir können mit dem derzeitigen Vorgehen leben», sagt Jürg Berlinger, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft des Kabinenpersonals Kapers. «Es ist im Interesse der Mitarbeitenden und Kapers, dass sie zurück in die Schweiz kommen, um die Abklärungen zu tätigen und nicht in einer fernen Destination.» Das gelte natürlich bei Symptomlosigkeit.

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