Rad: Swiss Cycling wählt neuen Präsidenten

Aktualisiert

RadSwiss Cycling wählt neuen Präsidenten

Die Delegierten von Swiss Cycling bestimmen am Samstag an ihrer Delegiertenversammlung in Ittigen einen neuen Präsidenten. Zur Wahl stehen Richard Chassot und Ralf Schmitz.

Beide Kandidaten stammen aus der Westschweiz. Bei Chassot handelt es sich um einen früheren Radprofi, der sich nach Ablauf seiner Karriere einen Namen als Co-Kommentator des Westschweizer Fernsehens und als Organisator der Tour de Romandie geschaffen hat. Schmitz ist aus Deutschland zugezogen, aber seit vielen Jahren in der Romandie wohnhaft. Er war im Radsport-Fachhandel tätig und versuchte zuletzt mit einer Werbekampagne das Manko wettzumachen, dass sein Name bei den Mitgliedern wahrscheinlich weniger bekannt ist als derjenige Chassots.

Chassot oder Schmitz treten die Nachfolge Melchior Ehrlers an, der das Präsidium nach sieben Jahren abgibt. Der grösste Verdienst des früheren Präsidenten des Schweizerischen Bauern-Verbandes ist es wohl, Swiss Cycling in ein ruhigeres Fahrwasser geführt zu haben. Ehrler stellt sich für eine andere Tätigkeit im Vorstand zur Verfügung, in dem erneut gewichtige Wechsel zu verkraften sind. Martin Bundi, Johannes Gisin und Georges-André Banderet haben ihren Rücktritt erklärt. Nebst Ehrler wollen Bruno Hofer, Jean-Pascal Depallens sowie Robert Dill-Bundi, der Verfolgungs-Olympiasieger von 1980 in Moskau, an der Gestaltung der Zukunft von Swiss Cycling mitwirken.

Hoch verschuldeter Verband

In finanzieller Hinsicht gab es für den immer noch verschuldeten Verband einen Lichtblick. Die Jahresrechnung schloss mit 42 000 Franken Gewinn, und Swiss Olympic konnte eine erste, kleine Tranche des Betriebskredites zurückbezahlt werden.

Einigen Gesprächsstoff wird an der DV die äusserst schwache Mitgliederbasis des Verbandes liefern. Es soll über eine ab 2013 gültige Doppelmitgliedschaft entschieden werden. Das heisst im Klartext, die rund 46'000 Mitglieder bei den 483 Veloklubs von Swiss Cycling sollen obligatorisch auch Mitglied des Verbandes sein. Als 'Zückerchen' würde der Jahresbeitrag von 85 auf 45 Franken gesenkt. Bisher zählte der Verband nur 6000 Doppelmitglieder, von denen rund 2500 als Lizenzbezüger gar keine andere Wahl hatten, als diesen Status einzugehen. (si)

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